EZB senkt Leitzins

Versicherungen Top News Investmentfonds von Gloria Ballhause

Niedrig, niedriger, am niedrigsten: Die Europäische Zentralbank senkt den Leitzins auf 0,5 Prozent. Das dürfte den Versicherern wenig gefallen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt den Leitzins von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent. Das verkündeten die Währungshüter nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Bratislava. Der Zinssatz erreicht damit den niedrigsten Wert seit Einführung des Euros.

Mit der Leitzinsabsenkung reagieren die Währungshüter auf die schwierigen Wirtschaftsverhältnisse in der Euro-Zone. Der Leitzins gibt an, zu welchen Zinsen sich Banken bei der EZB Geld leihen können. Eine Leitzinsabsenkung hat zudem Auswirkungen darauf, wie viel Zinsen Anleger am Kapitalmarkt erzielen können.

Die Versicherungswirtschaft, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken hatten einen Tag zuvor noch eine Warnung in Richtung EZB versandt. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich die Spitzen der jeweiligen Branchenverbände deutlich gegen eine Zinsabsenkung aus. „Allein 2012 verzeichneten die Lebensversicherer für ihre Kunden zinsbedingte Mindereinnahmen von vier Milliarden Euro“, sagte etwa Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Die Befürchtungen aufseiten der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und der Versicherungswirtschaft sind groß: Eine Zinssenkung sei ein falsches Signal für Sparer und alle, die für das Alter vorsorgten, heißt es in der Erklärung. „Ein Zins von nahe Null zu noch näher an Null würde keinerlei positive Wirtschaftsimpulse auslösen, sondern die Probleme nur noch verschärfen“, erklärte dazu Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Foto: © olly - Fotolia.com

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