Aragon schließt Kapitalerhöhung ab

Berater von Gloria Ballhause

Der Finanzdienstleister Aragon konnte alle 3,6 Millionen Anteilsscheine platzieren. Dem Unternehmen fließen damit brutto 9 Millionen Euro zu. Das Geschäftsjahr 2012 schließt Aragon nach einem Strategiewechsel jedoch mit deutlichen Verlusten ab.

„Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung im April erreichen wir eine weitgehend mit Eigenkapital unterlegte Finanzarchitektur“, erklärte Aragon-Vorstandsvorsitzender Sebastian Grabmaier. Das Unternehmen wolle sich nun auf das Kerngeschäft und die operative Ertragsstärke konzentrieren.

Der Kapitalerhöhung vorausgegangen war eine Neuausrichtung des Unternehmens,  welche die Geschäftszahlen von 2012 belastet. Nach Angaben des Finanzdienstleisters haben die  Unternehmensverkäufe von Clarus und inpunkto, Wertberichtigungen auf latente Steuern, sowie Verluste aus einem Zinssicherungsgeschäft und Migrationskosten bei der Tochtergesellschaft Finum Private Finance zu Einmalbelastungen in Höhe von rund 10 Millionen Euro geführt. Davon seien Aragon zufolge weniger als 3 Millionen Euro liqiditätswirksam.

Verluste nach Neuausrichtung

Wegen der Einmaleffekte sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf - 1,3 Millionen Euro (Vorjahr: 3,4 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf -3,3 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern fiel auf -9,3 Millionen Euro. Das EBITDA der fortgeführten Aktivitäten lag bei 0,2 Millionen Euro. Das EBIT liegt bei -1,8 Millionen Euro. Der Nachsteuergewinn aus fortgeführten Aktivitäten beträgt -2,4 Millionen Euro.

Drei Investoren

Mit der Kapitalerhöhung konnte der Finanzdienstleister nach eigenen Angaben die  Bankverbindlichkeiten bis auf rund 1 Million Euro zurückführen. Die Zeichnung von drei Investoren, die eine Beteiligung an der Gesellschaft erwerben, stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Diese werde im Laufe der nächsten zwei Wochen erwartet, teilte das Unternehmen weiter mit.

Künftig will sich Aragon auf das Segment Broker Pools und auf Finanzvertriebe mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz konzentrieren. Im Bereich Broker Pools soll laut Mitteilung das Geschäft über die Jung, DMS & Cie. sowie die BIT Treuhand betrieben werden. Im Bereich Financial Consulting sollen die Leistungen über die Finum Private Finance sowie Compexx Finanz angeboten werden.

Foto: Aragon/Ralph Konrad (CFO) u. Sebastian Grabmaier (CEO)