Bund der Versicherten entlässt Vorstand

Versicherungen von Gloria Ballhause

Personalquerelen beim Bund der Versicherten: Axel Kleinlein und Thorsten Rudnik scheiden aus dem Vorstand des BdV aus. In den Reihen des Verbands kam es offenbar zum Streit über die inhaltliche Ausrichtung der Organisation.

Der Aufsichtsrat des Bundes der Versicherten (BdV) hat am Freitag Vorstandsvorsitzenden Axel Kleinlein und Vorstandsmitglied Thorsten Rudnik mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand entlassen. Als Grund für die Personalentscheidung nennt der BdV unterschiedliche Auffassungen über die inhaltliche und personelle Ausrichtung in Deutschlands größter Verbraucherschutzorganisation. Den Vorstandsvorsitz übernimmt ab sofort Tobias Weissflog. Ein zweites Mitglied soll am Montag aus den Reihen des BdV berufen werden.

Über die Hintergründe der Personalentscheidung kann bislang nur spekuliert werden. Laut einem Bericht des Versicherungsjournals soll es zwischen Kleinlein und Rudnik immer wieder zu Streitigkeiten über die Arbeit des BdV gekommen sein. Demnach soll Rudnik, der seit 2005 im BdV-Vorstand sitzt, mit Kleinleins offensiver Vorgehensweise unzufrieden gewesen sein. Durch die gleiche Stimmverteilung im Vorstand seien Entscheidungen zuletzt nur durch den Aufsichtsrat möglich gewesen. Nun hat der Aufsichtrat offenbar die Reißleine gezogen. „Die Entscheidung, den Vorstand zu entlassen, ist nicht einvernehmlich getroffen worden“, zitiert das Journal den geschassten Vorstandsvorsitzenden.

Der Versichungsmathematiker Kleinlein übernahm im Jahr 2011 den Vorstandsvorsitz des BdV. Er gilt als schärftster Kritiker der Versicherungswirtschaft. Bundesweit bekannt wurde Kleinlein als Mitautor einer Studie zur Riester-Rente, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Friedrich-Ebert Stiftung entstanden war. In der Studie wurde die Rentabilität von vielen Riester-Produkten angezweifelt.

Foto: Axel Kleinlein/BdV

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