Allianz konkretisiert neues Garantiekonzept

Versicherungen von Stefan Terliesner

In einem schwierigen Markt- und Regulierungsumfeld wagt sich der Branchenprimus als erster aus der Deckung: Im Juli kommt neues flexibles Garantieprodukt.

Ab Juli bietet die Allianz Lebensversicherung  AG ein „zusätzliches Vorsorgekonzept“ an, wie eine Sprecherin es betont.  Bei diesem Konzept, dass die bestehenden Vorsorgekonzepte – die Spanne reicht von klassischer Lebensversicherung mit lebenslangem Garantiezins bis zu Fondspolicen ohne Garantien – ergänzen soll, unterscheidet die Allianz zwischen Anspar- und Auszahlungsphase.  „Wir garantieren die eingezahlten Beiträge und eine Mindestrente“, so die Sprecherin. Die Höhe der Mindestrente werde dem Kunden bei Vertragsabschluss mitgeteilt.

Das Konzept sei für alle Produktgruppen geeignet, also zum Beispiel als Riester-Rente oder als Betriebsrente. Das neue Vorsorgekonzept sei flexibler als klassische Konzepte mit nur einer festen Garantie über die gesamte Vertragslaufzeit. Die höhere Flexibilität mache höhere Renditen möglich, die an den Kunden weitergegeben würden. Die Sprecherin hat damit Berichte vom Wochenende über ein neues Garantiemodell der Allianz Lebensversicherung konkretisiert. Demnach wird die Garantie zu Beginn der Auszahlungsphase neu bestimmt. Die Höhe richte sich nach dem dann aktuellen Zinsniveau und der Sterbetafel.

Gerüchte über neue Garantiemodelle in der Branche gibt es seit gut einem Jahr. Als erster hatte Norbert Heinen, Chef der Württembergische, laut über eine Staffelung des Garantiezinses oder eine Revisionsklausel nachgedacht. Ebenfalls Mitte des Jahres dürfte die Ergo mit einem neuen Produkt an den Start gehen; im Herbst dann möglicherweise der Volkswohlbund.

Die Anpassung der Garantiemodelle ist notwendig, weil es den Lebensversicherern offenbar immer schwieriger fällt, in einem Umfeld anhaltend niedriger Kapitalmarktzinsen ausreichend hohe Garantiezinsen zu erwirtschaften. Hinzu kommt: Die geplante Regulierungsvorschrift Solvency II verlangt für Produkte mit langfristigen Garantien eine höhere Eigenkapitalunterlegung – zumindest in der bisherigen Fassung.

Foto: Allianz.de

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