Großrazzia und Festnahmen bei S&K

Sachwerte Top News von Robert Krüger-Kassissa

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchten heute staatliche Ermittler Räumlichkeiten der Frankfurter Immobiliengruppe S&K. Es gab zudem bereits mehrere Festnahmen. Die Vorwürfe der Frankfurter Ermittler wiegen schwer. Es ist von einem Schneeballsystem die Rede.

In einer Stellungnahme der Staatsanwalt Frankfurt, die procontra vorliegt, heißt es:

Am heutigen Tag wurden gleichzeitig in sieben Bundesländern, insbesondere Hessen, Hamburg und Bayern, unter dem Großeinsatz von insgesamt ca. 1.200 Ermittlungsbeamten und 15 Staatsanwälten mehr als 130 Durchsuchungsbeschlüsse, dingliche Arreste zur Sicherung von Vermögensabschöpfungen im Gesamtvolumen von über 100 Millionen Euro sowie Haftbefehle gegen sechs Haupttäter im Alter von 33 bis 70 Jahren vollstreckt. Weitere Beschuldigte wurden zudem vorläufig festgenommen. Bisher wird gegen ca. 50 Beschuldigte ermittelt.

Die Frankfurter Immobiliengruppe reüssierte zwar im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit einem Rekord-Ergebnis, doch Zweifel am Geschäftsmodell, über die procontra bereits mehrfach berichtete, blieben.

Die Vorwürfe der Frankfurter Staatsanwaltschaft haben es in sich. Sie ermittelt seit Mitte 2012 gegen Verantwortliche der S&K sowie einer mit dieser als Partner agierenden Hamburger Unternehmensgruppe mit zusammen weit mehr als 100 verbundenen Gesellschaften wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs mit Kapitalanlagen, der Untreue und weiterer Straftaten, wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt.

Durch die bisherigen umfangreichen Ermittlungen habe sich ein dringender Tatverdacht dahingehend ergeben, dass von den Hauptverantwortlichen der genannten beiden Firmengruppen in gemeinsam abgestimmter Vorgehensweise ein über Jahre planmäßig und groß angelegtes Betrugssystem installiert wurde.

Schneeballsystem

Dieses umfasste laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt die betrügerische Erlangung und fortlaufende Veruntreuung von Anlegergeldern im Sinne eines sogenannten Schneeballsystems: Hierbei zeichnet sich ein extrem hoher Schaden im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich mit Tausenden geschädigter Anleger ab, welche im Zuge der Finanzkrise 2008 neue ertragreiche und vermeintlich sichere Formen der Kapitalanlage suchten. Gegenstand der Ermittlungen sind mehrere Anlagefonds im zusammen neunstelligen Euro-Bereich.

Die betrügerisch erlangten bzw. veruntreuten Anlegergelder sollen hauptsächlich für den extrem aufwändigen und exzessiven Lebensstil der Beschuldigten, für die Anschubfinanzierung, den Aufbau und die hohen laufenden Kosten von eigenen und verbundenen Unternehmen sowie für zweckwidrige Objektfinanzierungen verwendet worden sein. Die Anlagegelder und -objekte sollen dabei in großem Stil in das Eigentum von verbundenen Unternehmen, beschuldigten Personen und deren Familienangehörigen verschoben worden sein und stehen mutmaßlich so den Anlegern und dem eigentlichen Geschäftszweck - zumindest weitestgehend - nicht mehr zur Verfügung.

Kontakttelefon beim Polizeipräsidium Frankfurt

Für anfragende Anleger, Bevollmächtigte, Angehörige, Hinweisgeber oder sonstige Berechtigte ist im Benehmen mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ab Mittwoch, den 20. Februar 2013 von 08.00 Uhr bis 22.00 Uhr bei dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main ein Kontakttelefon eingerichtet. Durch dieses sollen die Anfragen kanalisiert und die auskunftssuchenden Personen auf weitergehende Verhaltensmaßregeln wie die Möglichkeit der Anzeigenerstattung über Onlinesysteme und zusätzliche Informationsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Die Nummer dieses Kontakttelefons lautet: 069 / 7555 7555
Informationen auch im Internet unter www.polizei.hessen.de

procontra bleibt am Ball und wird weiter darüber berichten.

Foto: S&K Gruppe

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