Risiko-LV: Ein Unisex-Sieger?

Versicherungen Thema Biometrie von Robert Krüger-Kassissa, Sebastian Wilhelm

Jeder, der Verantwortung für andere trägt und kein Vermögen sein Eigen nennt, braucht ihn: den Todesfallschutz für die Hinterbliebenen. Die Risikolebensversicherung dürfte zu den Policen gehören, die im Unisex-Endspurt aufs Treppchen sprinten.

Es gibt Versicherungsarten, deren Sinn und Prinzip keinem Kunden erklärt werden müssen. Die Risikolebensversicherung (RLV) gehört dazu. Sobald man mitten im Leben steht und eine Familie oder eine/n Partner/in versorgt, sollte man sie haben. Denn den eigenen Tod ausschließen kann niemand. Und wenn dann kein nennenswertes Vermögen vorhanden ist, wird aus der persönlichen schnell auch eine wirtschaftliche Katastrophe für die Hinterbliebenen. „Auch wer einen Kredit aufgenommen hat und nicht möchte, dass die Erben darauf sitzen bleiben, sollte eine Police haben“, rät Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Die Absicherung ist nicht nur im privaten Kontext sinnvoll, sondern kann auch abhängige Geschäftspartner vor ­gegebenenfalls existenziellen Einbußen schützen. Die Spanne der Versicherungssummen reicht gewöhnlich von 50.000 bis 500.000 Euro. „Man sollte die Versicherungssumme nicht zu niedrig ansetzen“, warnt Weidenbach. Experten empfehlen, mindestens den dreifachen Jahresverdienst als Maßstab zu nehmen. Viele Assekuranzen bieten auch eine stetig sinkende Auszahlungssumme an, mit der eine Kreditrestschuld abgesichert werden kann. Zudem bringen immer mehr Gesellschaften Premium-Tarife auf den Markt. Darin finden sich beispielsweise vorzeitige Auszahlungen für den Fall, dass die versicherte Person unheilbar erkrankt und nur noch eine geringe Lebenserwartung hat, oder auch die Option auf Vertragsverlängerung ohne Gesundheitsprüfung. Hier lohnt es sich, über die Rahmendaten hinaus genau zu vergleichen, was der Kunde für sein Geld bekommt.

„Frauen sollten sich beeilen“

Die Prämien können, bei gleicher Leistung, durchaus um mehr als 100 Euro pro Jahr auseinanderliegen. Vielen Kunden ist gar nicht bewusst, dass sie – teilweise seit Jahrzehnten – unnötig hohe Beiträge zahlen. Für Vermittler eröffnet sich dadurch die Chance, sich mit einem sparsameren und dabei möglicherweise noch leistungsfähigeren Tarif zu profilieren. Und dabei sollten sie in diesen Monaten vor allem die weibliche Kundschaft in den Fokus nehmen. „Wenn eine Frau in nächster Zeit gedenkt, eine Risikolebensversicherung abzuschließen, dann sollte sie sich unbedingt beeilen“, nimmt Annegret Jende von der Stiftung Warentest auf die Unisex-Umstellung Bezug, „ab dem 21. Dezember gibt es nur noch die einheitlichen Tarife und die können dann bei den Frauen um bis zu 50 Prozent steigen.“ Manche Insider sprechen gar von 70 Prozent. So happig fällt der Aufschlag indes nicht überall aus. Die Tendenz lässt aber keinen Zweifel daran, dass Frauen gut daran tun, eine RLV eher in diesem als im nächsten Jahr abzuschließen. In dem sind dann die Männer dran, denn für sie wird es ab dem 21. Dezember günstiger.

Foto: procontra