Riesige Rentenunterschiede bei Riester-Tarifen

Versicherungen Top News von Gloria Ballhause

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat die Riester-Tarife erneut unter die Lupe genommen. Ergebnis: Bei gleichem Sparbetrag sind Rentenunterschiede von bis zu 100 Prozent möglich.

Riester-Rente: Für die einen lohnt sie sich, für die anderen ist der Sparstrumpf die bessere Alternative. Entscheidet sich ein Sparer dennoch für die staatlich geförderte Altersvorsorge, steht er meist vor der Qual der Wahl. Unzählige Riester-Produkte werden am Markt angeboten. Welche Risiken die Riester-Tarife in sich bergen ist den wenigsten dabei klar. Eine Untersuchung von Morgen & Morgen kommt zu dem Ergebnis, dass je nach Tarif, die Rentenhöhe bei gleichem Sparbetrag deutlich voneinander abweichen kann. Das Analysehaus rechnet vor: Spare ein 37-jähriger Mann heute monatlich 100 Euro an und wolle seine Rente mit 67 Jahren erhalten, könnte eine garantierte Rente von rund 79 bis 164 Euro pro Monat herauskommen. Ein Unterschied also von knapp 100 Prozent.

Fondsgebundener Riester-Tarif mit hohem Risiko
Laut Morgen & Morgen gibt es sogar eine fondsgebundene Riester-Versicherung auf dem Markt, die im ungünstigsten Szenario den Sparer mit null Euro Rente abspeisen könnte, da bei diesem der Rentenfaktor nicht garantiert sei. Dies sei jedoch ein Ausnahmefall, der wahrscheinlich vor Gericht nicht bestehen würde, heißt es bei Morgen & Morgen. Denn zu Riester-Verträgen gehört regulär eine Beitragsgarantie. Welche Gesellschaft einen solch risikoreichen Tarif anbietet, wollte Morgen & Morgen auf procontra-Anfrage nicht preisgeben.
Die Analysten geben für andere Tarif-Konstellationen jedoch keine Entwarnung: Der Marktdurchschnitt bei Riester-Renten liege derzeit bei rund 130 Euro (siehe Grafik, Quelle: Morgen & Morgen, Stand November 2012) garantierter Rente. Zwischen dem Durchschnitt und dem Bestwert gebe es einen Unterschied von 400 Euro pro Jahr. Auf mehrere Jahre verrechnet kämen so schnell einige Tausend Euro zusammen. „Die enormen Unterschiede werden zum einen durch die Kosten, aber auch durch die unterschiedlichen Tarifstrukturen determiniert“ erklärt Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer des Analysehauses.

Risiko und Kosten intransparent
Im Klartext: Manche Riester-Verträge sind zu teuer, andere Modelle können hingegen höhrere Renditen erzielen, aber mit entsprechendem Risiko. Denn im schlimmsten Fall erwirtschaften diese Tarife nicht die erwartete Rendite und fallen hinter andere zurück. Das können die Verbraucher nach Einschätzung des Analysehauses aber meist gar nicht beurteilen. Morgen & Morgen verweist auf das Vergleichsmodell Volatium, dass die Analysten seit zwei Jahren anwenden. Riester-Tarife werden dabei in fünf Klassen eingeteilt. Der Verbraucher könne so auf einen Blick erkennen, welcher Tarif seinen Anforderungen an Sicherheit und Rendite entspreche, erklärt Schinnenburg.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com


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