Pflegevorsorge: Riesiges Potenzial für Makler

Versicherungen Thema Biometrie von Robert Krüger-Kassissa, Sebastian Brass

Seit Jahren geistern erschreckende Zahlen über den zu erwartenden Anstieg der Pflegefälle in Deutschland durch die Gazetten. Dennoch spielt das Thema private Pflegevorsorge bei den Menschen hierzulande immer noch eine untergeordnete Rolle. Ein Umstand, den Gesundheitsminister Bahr mit dem Pflege-Riester bekämpfen will.

Beim Thema Pflege klaffen Wunsch und Wirklichkeit immer noch auseinander. Dabei singen nicht nur die Versicherungsgesellschaften seit Jahren das Hohelied von der mehr als notwendigen Absicherung für den Fall der Pflegebedürftigkeit. Nach Branchenangaben haben lediglich 1,88 Millionen Menschen eine private Pflegezusatzversicherung. Das Thema der drohenden Versorgungslücke ist weit weg und wird verdrängt. „In Anbetracht von rund 2,3 Millionen Pflegefällen im Jahr 2011 dürfte es aber wohl in jedem Bekanntenkreis einen Fall von Pflegebedürftigkeit nach Schlaganfall oder anderen schweren Erkrankungen wie Demenz oder als Folge eines Unfalls geben.
Oder auch das medial platzierte Schicksal des Ex-Managers von Schalke 04 zeigt anschaulich, welch tiefe Eingriffe es ins Leben eines Betroffenen und deren Familien gibt“, sagt Lars Georg Volkmann, Vertriebsvorstand der VPV. Dabei spielt gerade das Thema Demenz eine immer wichtigere Rolle. Mit über 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr gehört die Demenz zu den am stärksten wachsenden Gesundheitsleiden in Deutschland.

Pflege-Riester

Auch Gesundheitsmi­nis­ter Daniel Bahr hat diesen Missstand erkannt und flugs den „Pflege-Bahr“ beziehungsweise „Pflege-Riester“ eingeführt. Der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung wird mit einem staatlichen Zuschuss von 60 Euro jährlich gefördert. Für 2013 sind deshalb 100 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingeplant. Damit können zumindest theoretisch 1,67 Millionen Policen unterstützt werden. Grundsätzlich begrüßt die Versicherungswirtschaft natürlich diese Neueinführung, weil das Thema notwendige private Pflegevorsorge damit angesprochen wird, wenngleich es auch Kritik hagelt.

Für viele ist die Förderung mit fünf Euro viel zu niedrig angesetzt. Wie eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern, die von der IW Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der „Wirtschaftswoche“ durchgeführt wurde, ergab, fühlen sich 64 Prozent der Befragten für den Pflegefall nicht hinreichend abgesichert. Aber nur jeden zweiten Arbeitnehmer beeinflusst der Pflege-Bahr bei der Entscheidung über eine private Pflegezusatzversicherung. „Der Pflege-Bahr ist kein ausreichender Anreiz, die notwendige private Vorsorge zu stärken“, so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. „Fünf Euro führen bestenfalls zu Mitnahmeeffekten, die wir uns in Zeiten der Schuldenkrise besser gespart hätten.“

Doch auch ohne staatlichen Anreiz haben Makler Argumente genug zur Hand, um ihre Kunden von der Notwendigkeit privater Vorsorge zu überzeugen. Es wartet ein riesiges Potenzial, auf das die Anbieter mit zahlreichen Tarifmodellen reagiert haben. Auf den folgenden Seiten werden die drei Basismodelle Tagegeld-, Renten- und Kostenversicherung vorgestellt - ihre Vor- und Nachteile sollte kennen, wer seine Kunden überzeugen will.

Dieser Beitrag ist Teil der procontra-Themenbeilage „Biometrie“. Die gesamte Beilage finden als pdf-Dokument auf unseren Special-Seiten.

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