BU: Die Kasko für die eigene Arbeitskraft

Versicherungen Thema Biometrie von Sebastian Brass, Robert Krüger-Kassissa

Noch immer verzichten viele Menschen auf eine Vorsorge für Berufsunfähigkeit – weil sie das Risiko unterschätzen oder eine Police für unerschwinglich halten. Hier ist es am Makler, für Aufklärung zu sorgen.

Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland muss vor dem Rentenalter krankheits- oder unfallbedingt aus dem Beruf aussteigen. Das ist den meisten Menschen nicht klar. Und eine weitere Wissenslücke ist, dass im Fall der Fälle Selbstständige keine Absicherung haben und gesetzlich Versicherte, die nach 1961 geboren sind, lediglich eine „Grund­sicherung“ erhalten. Somit droht vielen ein Leben auf Sozialhilfeniveau. Auch Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest erklären eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) daher zum unverzichtbaren Basisschutz. Die Verbraucherzentrale Bayern etwa beklagt, dass „nur erschreckend wenige über eine Absicherung für den Ernstfall“ verfügen. Das Thema wird, da stimmen auch Vertriebsstudien überein, ein Dauerbrenner im Versicherungsmarkt werden.

Den passenden Schutz gibt es nicht „von der Stange“
Mit ein paar flinken Eingaben in den Vergleichsrechner ist es dabei nicht getan. Wer gute Beratung anbieten will, muss auch weitergehende Fragen adäquat beantworten können. Was ist etwa, wenn der Versicherungsschutz nicht wie beantragt vom Produktgeber übernommen wird? Wenn die Gesundheitsverhältnisse nicht einwandfrei sind oder die Hobbys Gefahrenzuschläge erfordern? Dann sind die Daten aus den Ratings Makulatur. In diesen Fällen zeigt sich die Qualität eines Anbieters, denn nun kommt es auf Flexibilität an. Bietet der Produktgeber beispielsweise individuelle Risikobewertungen oder auch Tarifierungen? Ermöglicht er mit Risikozuschlägen oder auch einem Leistungsausschluss doch noch einen hochwertigen Schutz?

Einstieg einfach gemacht
Je jünger man beim Abschluss einer BU ist, desto günstiger erhält man sie in der Regel. Dennoch zögern viele junge Menschen, weil ihnen die Kosten zu hoch und das Risiko fern erscheinen. Für sie bieten einige Anbieter sogenannte Einsteigertarife an. Dabei zahlt man anfangs niedrigere Beiträge, für die man – zumindest bei den Qualitätsanbietern – das gleiche Leistungsspektrum erhält wie bei einer „normalen“ BU. Interessant ist für preissensible Kunden auch der Weg über die betriebliche Altersvorsorge. Hierüber verringern staatliche Förderungen durch Steuer- und Sozialversicherungsvorteile die Beiträge.

Beratung ist wichtig und hat ihren Wert
Den spezifischen Kundenbedürfnissen und -anforderungen gerecht zu werden, ist eine komplexe Aufgabe: Die Vielzahl an Tarifen und Leistungsmerkmalen innerhalb der Tarife muss verstanden, dem Kunden erklärt und zudem noch überzeugend verkauft werden. Das ist zeitin­tensiv und erfordert stetig weiterent­wickeltes Know-how. Premium-Anbieter bieten hierzu eine Courtage auf Basis der Bruttoprämien. So verdienen Vermittler, was sie verdienen.

Dieser Beitrag ist Teil der procontra-Themenbeilage „Biometrie“. Die gesamte Beilage finden als pdf-Dokument auf unseren Special-Seiten.