Biometrie weiter im Kommen

Versicherungen Thema Biometrie von Robert Krüger-Kassissa, Sebastian Wilhelm

Bei Produktgebern und Maklern erfahren biometrische Risikoprodukte einen Bedeutungszuwachs. Doch nicht immer oder noch nicht immer äußert sich diese Bedeutung auch in den Umsatzzahlen.

87 Prozent der Makler halten biometrische Risikoprodukte für den Haupt­umsatzträger in den nächsten Jahren. Bereits 74 Prozent beobachteten diese Entwicklung bereits in den vergangenen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die Maklertrendstudie 2012/13, die im Auftrag der maklermanagment.ag unter 300 Versicherungsexperten von April bis Juni 2012 durchgeführt wurde. „In wirtschaftlich turbulenten Zeiten steht die persönliche Risikovorsorge bei Kunden im Vordergrund und die Absicherung von Arbeitskraft, Pflege, Krankheit und Tod wird stärker nachgefragt“, sagt Hartmut Kriegel, Vorstand der maklermanagement.ag. In diesem Jahr gehen 82 Prozent der Makler davon aus, schwerpunktmäßig Berufsunfähigkeitsversicherungen zu verkaufen. In diesem Geschäftsbereich sind Makler im Vergleich zu anderen Vertriebskanälen sehr erfolgreich und generieren die meisten Abschlüsse. Positiv sind auch die Aussichten für private Pflegeversicherungen. So sehen über ein Drittel der Makler (40 Prozent) in diesem Bereich ihren Geschäftsschwerpunkt. Dennoch wird das Thema noch viel zu selten bei den Kunden angesprochen. „Die gesellschaftliche Bedeutung des Pflegethemas spiegelt sich noch nicht in der Vertriebs­praxis ­wider“, so Jürgen Riemer von ­maklermanagement.ag.

Nicht nur bei Maklern stehen Biometrieprodukte hoch im Kurs, auch die Lebensversicherer haben dieses Feld verstärkt für sich entdeckt. Bereits eine Umfrage des Lebensrückversicherers RGA International Reinsurance Company, die dafür das Beratungsunternehmen Towers Watson beauftragt hatte, aus dem Jahr 2011 ergab, dass über 90 Prozent der Versicherer mit einer deutlichen Absatzsteigerung rechnen und die Entwicklung und Einführung neuer biometrischer Produkte planen. Die größte Wachstumsdynamik in diesem Segment sehen die Unternehmen bei der Pflegeversicherung, der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung sowie bei Zielgruppenprodukten, etwa für bestimmte Berufsgruppen oder Kunden in bestimmten Lebensphasen. „Die Produktschmieden vieler Versicherer sind wieder sehr aktiv“, urteilt Ulrich Wiesenewsky von Towers Watson. Einige Gesellschaften planen konkret die Einführung neuer Produkte in der Pflegeversicherung und der Grunderwerbsfähigkeitsversicherung sowie von Kombinationsprodukten aus biometrischer Deckung und fondsgebundener Versicherung. Wichtige Produktfeatures sind dabei vor allem die Flexibilität der Produkte (Zusatzbausteine) sowie der Verzicht oder die Einschränkung der Risikoprüfung. Viele befragte Unternehmen gehen zudem davon aus, dass die Geschwindigkeit der Produktzyklen steigen wird. Damit vollzieht der deutsche Markt nach Angaben von Towers Watson Entwicklungen, die im angelsächsischen Raum bereits stattgefunden haben. 

Dieser Beitrag ist Teil der procontra-Themenbeilage „Biometrie“. Die gesamte Beilage finden als pdf-Dokument auf unseren Special-Seiten.