Riskanter Run auf Immobilien

Sachwerte von Oranus Mahmoodi

Die Bürger haben keine Angst vor der finanziellen Belastung durch den Kauf einer Immobilie, das ergab der Immobilienbarometer der Interhyp und Immobilienscout24. Wenige kalkulieren die Nebenkosten und einen möglichen Ärger mit Mietern mit ein.

64 Prozent der Menschen in Deutschland glauben, sich einen Immobilienkauf ohne finanzielle Einschränkungen leisten zu können, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Im vergangenen Jahr waren es nur halb so viele Bundesbürger. Das ergab der sogenannte Immobilienbarometer von Interhyp und ImmobilienScout24. Obwohl die Immobilienpreise in guten Lagen steigen, fürchten sich die Menschen nicht davor, sich mit dem Kauf von Haus oder Wohnung zu übernehmen. Befragt wurden über drei Tausend Menschen in Deutschland, die planen ein eigenes Häuschen zu kaufen.

27 Prozent der Befragten glaubt, dass er nach dem Kauf finanziell kürzer treten muss - im Vorjahr waren es noch 40 Prozent. Erklären lässt sich die gute Stimmung durch die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite, die sich seit Monaten auf historisch tiefem Niveau bewegen, wie procontra berichtete. 2011 lagen die Baugeldzinsen etwa einen Prozentpunkt höher als heute. „Den potenziellen Bauherren und Käufern ist offenbar sehr bewusst, wie stark die Finanzierungskosten gefallen sind. Allerdings sind vielerorts auch die Immobilienpreise deutlich gestiegen, so dass weiterhin gilt: Augen auf bei der Objektauswahl und nicht überstürzt kaufen“, rät Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp.

Dennoch lockt die niedrige Verzinsung. Wer aber in Immobilien investiert, sollte sich dessen bewußt sein, dass es als Investitionsanlage zunächst einen einen erheblichen Anteil seines Vermögens fressen könnte. Eine Diversifizierung des Gesamtvermögens könnte dadurch schwierig werden. Als Geldanlage ist die Immobilie nicht besonders flexibel. Die Kosten für Makler, Notar, Grunderwerbsteuer und Grundbuchkosten werden von den meisten Immobilienkäufer nicht einkalkuliert. Ist der Kauf beschlossen, ist das nicht das Ende der Fahnenstange: Eventuelle Schadensbehebungen und Instandhaltungen können noch mehr Geld verschlingen. Sollte die Immobilie vermietet werden, sind Ärger mit Mietern oder Unstimmigkeiten auf Eigentümerversammlungen einzuberechnen.


Foto: © alphaspirit - Fotolia.com

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare