Mein Chef ist eine „Pfeife“

Panorama von Gloria Ballhause

Der Ex-Chef darf bei Facebook als „Pfeife“ bezeichnet werden. Auch die ehemalige Firma kann man ruhig einen „Drecksladen“ nennen. Solange ein Facebook-Nutzer seine Wut nur mit seinen Facebook-Freunden teilt, ist dies von der Meinungsfreiheit gedeckt. Zu diesem Schluss kam das Arbeitsgericht in Bochum.

Die Bochumer Richter entschieden, dass Äußerungen bei Facebook wie  „armseliger Saftladen“, „arme Pfanne von Chef“ oder „Drecksladen“ zulässig sind. Auf Unterlassung hatte ein Arbeitgeber gegen zwei ehemalige Angestellte geklagt. Die beiden Angestellten waren noch in der Probezeit gekündigt worden und beschimpften daraufhin ihre Ex-Firma sowie ihren Chef in dem sozialen Netzwerk. Da zu den Facebook-Freunden der beiden auch andere Mitarbeiter des verunglimpften Unternehmens gehörten, sah sich die Firma zur Klage gezwungen. Das Arbeitsgericht Bochum wies die Klage jedoch als unbegründet zurück. Nach Meinung der Richter seien die Äußerungen der Ex-Angestellten zwar formal eine Beleidigung. Da ihre Facebook-Seiten jedoch nur für Freunde einsehbar gewesen seien, gelte in diesem Fall der Grundsatz der Meinungsfreiheit. Der nicht öffentliche Austausch in dem sozialen Netzwerk sei vergleichbar mit einem persönlichen Gespräch unter Freunden. Die Wortwahl könne dann „auch mal drastischer ausfallen“, begründeten die Richter das Urteil. Der Arbeitgeber legte gegen das Urteil Berufung ein.

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