Generali erzeugt Déjà-vu

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Makler fürchten den Rückzug von Versicherern aus dem Maklermarkt. Generali und Zurich versetzen die Branche in Unruhe.

Mitte Juli kam die Erleichterung: FORTUNA bleibt maxpool hold, der Versicherer ist weiterhin Kooperationspartner. Ein Brief aus Liechtenstein hatte im Juni noch für Unruhe gesorgt. Verpackt in eine Benachrichtigung über Tarifsortimentsanpassungen kündigte die FORTUNA eine „strategische Neuausrichtung“ an. Adressat sind sämtliche Maklerpools. In der Abschlusszeile steht eine Nachricht, die alle Empfänger aufschrecken ließ: Ab dem 1. August sei Jung, DMS & Cie. exklusiver Partner der Generali-Tochter.
Generali erzeugt ein Déjà-vu-Erlebnis in der Branche. Vor einem Jahr erst hat der Konzern seine Tochter Central aus dem Maklervertrieb abgezogen – obgleich der Vorstand beschworen hatte, diesen Vertriebsweg erhalten zu wollen. Zudem war die Branche in Aufruhr wegen der Trennung der Zurich Gruppe von ihrem deutschen Gebäudeversicherungsbestand. Makler reagierten empört: Man habe ihnen weder Prämieneinnahmen noch Tarifwechsel angeboten. „Das Verhalten der Zurich ist doch durch den Umstand selbstverschuldet, dass man sich sang- und klanglos aus dem aktiven Maklervertrieb in Deutschland verabschiedet und kein Geld mehr dafür investiert hat“, schimpft der Versicherungsmakler Michael Behn im Forum der deutschen Versicherungsbörse.

Nach Central und Zurich Gruppe befürchteten Makler und Pools den Rückzug des Generali-Konzerns aus dem Maklermarkt. Nach Informationen von maxpool scheint dieser aufgehoben – ob er nur aufgeschoben wird, zeigt sich noch. Der Versicherer hat den maxpool-Chef überzeugen können. Das „erweckte Misstrauen gegenüber der gesamten Generali Gruppe wurde bei diesen Gesprächen genommen“, vermeldet maxpool. Die Generali beabsichtige keinesfalls, die vertriebliche Ausrichtung zu verändern. Anfang Juni hieß es noch bei maxpool: „Der Generali-Konzern zieht sich offenbar immer weiter aus dem Markt der freien und unabhängigen Makler zurück.“

Von einem Rückzug aus dem Maklermarkt könne keine Rede sein, beschwört auch Björn Collmann, Sprecher von Generali Deutschland, gegenüber procontra: „Die Generali Deutschland Gruppe wird weiter an ihrer Vertriebswegevielfalt festhalten und damit auch über ein flächendeckendes Maklernetz die Zusammenarbeit mit freien und unabhängigen Maklern fortsetzen.“ Ähnlich wie Collmann hatten die Direktoren der Generali Gruppe beschworen, sie würden sich nicht aus dem Maklergeschäft zurückziehen. Und sie taten es doch.

„Wir stehen zu unseren Partnern“, hieß es im Central-Fall noch im April. Aufgezählt wurden: die DVAG Deutsche Vermögensberatung, Makler und Mehrfachagenten, Konzernvertrieb sowie die Hauptberufliche Organisation der Central. „Wie kein zweites Unternehmen im PKV-Markt steht die Central für den Multikanal-Vertrieb“, schrieb der Vorstand der Central – auch der Vorstand der Konzernmutter habe sich in dieser Sache unmissverständlich geäußert. Nach diesem Gelöbnis übergab die Central 320 Vertreter an die DVAG. Der Marktdruck und die niedrigen Zinsen treffen die Versicherungsbranche hart. Seit der Eurokrise setzt Generali etwa ihre Töchter unter Druck, in Eigenregie zu sparen. Die 1.000 Makler, die FORTUNA betreut, sind teuer – bleibt abzuwarten, wie lange diese Kosten noch in Kauf genommen werden.

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