Allianz und Munich Re suchen Erlösquellen

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Die Versicherer, auch Große wie Allianz und Munich Re, leiden unter den niedrigen Kapitalmarktzinsen. Nach einem Bericht des Handelsblatts sind die Europas größter Versicherer und der weltgrößte Rückversicherer als Käufer für die Leitungen des Stromnetzbetreibers Tennet im Gespräch. Tennet dementiert. Derweil hat Munich Re mit dem Kauf dreier Windparks in Großbritannien schon die Fühler weiter in Richtung erneuerbare Energien ausgestreckt.

Der niederländische Netzbetreiber Tennet hat vor zwei Jahren den Netzausbau des Versorgers Eon übernommen. Inzwischen fehlt dem Unternehmen das nötige Kleingeld, um das Stromübertragungsnetz auszubauen. Tennet erwäge jedoch nicht, das deutsche Netz zu verkaufen, ließ Tennet vermelden. Nach einem Beitrag des Handelsblatts wollten die Versicherer Allianz und Munich Re das Hochspannungsnetz des Betreibers in Deutschland übernehmen.

Die Versicherer sind sehr interessiert an der Anlagemöglichkeit im Energiebereich. Die Allianz ist im vergangenen Jahr beim norwegischen Pipelinebetreiber Gassled eingestiegen. Talanx, Munich Re und Swiss Life sind am Netzbetreiber Amprion beteiligt. Tennet gehört der staatlichen niederländischen Netzgesellschaft. Laut dem Handelsblatt-Artikel war die Bundesregierung erfreut über das Interesse der Versicherer. Jetzt macht sich Enttäuschung breit.

Derweil hat Munich Re drei Windparks in Großbritannien gekauft. Der Konzern wolle in den nächsten Jahren insgesamt 2,5 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien stecken, heißt es. Windparks in Großbritannien sind laut Munich Re attraktiv, weil das regulatorische Umfeld stabil ist. Zudem herrschen günstige Windverhältnisse und das Risiko ist im Verhältnis zur Rendite überschaubar. Verkäufer der Windparks war die Private-Equity-Gesellschaft HgCapital.