AIG befreit sich vom Weißen Haus

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Der US-Versicherer AIG will sich von Vater Staat befreien. Nach einem Bericht des Wall Street Journals möchte das Versicherungsunternehmen die Anteile der amerikanischen Regierung auf unter 50 Prozent drücken. Noch ist der Staat mit 61 Prozent Anteilseigner und hat somit auch eine gewisse Kontrolle über das Unternehmen. Die AIG will ihre Unabhängigkeit zurück haben.

Damit der Staat keinen Einfluss mehr geltend machen kann, möchte der US-Versicherer AIG die Anteile Washingtons reduzieren. Wie das Wall Street Journal berichtet, möchte das Unternehmen die Aktien der Regierung zurückkaufen. Der Versicherer möchte sich vom Staat loslösen, obgleich die Regierung den US-Versicherer mit Steuergeldern gerettet hat. Derzeit hält Washington noch 61 Prozent.
Was die Unabhängigkeit angeht, könnte der Versicherer vom Regen in die Traufe geraten: Sobald die Regierung das Unternehmen nicht mehr kontrolliert, wird die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) diese Rolle übernehmen. Zumal AIG gleich zur Beginn der Finanzkrise abgeschlittert ist. Der Versicherer stand vor dem Aus. Damals war AIG der größte Versicherer der Welt. Mit 180 Milliarden US-Dollar hat die Regierung die Versicherung gerettet - AIG hatte sich mit Wetten auf Kreditderivate verspekuliert. Inzwischen ist die Rettung und das Abnabeln eine Win-Win-Situation für Versicherung und US-Regierung: Präsident Barack Obama hat aus der Rettung und dem Verkauf von AIG-Aktien bereits 14 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht. 

Fotocredit: © kropic - Fotolia.com

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