Abrechnungsbetrüger zocken Krankenkasse ab

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Eine erhebliche Dunkelziffer von Abrechnungsbetrügern tummelt sich hierzulande herum. Das ergab eine Studie des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC). So ein Betrug zu Lasten der Krankenversicherungen und Krankenkassen wird allerdings selten entdeckt.

Die Krankenversicherungen und Krankenkassen werden betrogen. Ein Abrechnungsbetrug wird jedoch selten entdeckt, obgleich die Versicherer diese Art von Kriminalität sehr ernst nehmen. Das ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Jedes der 29 für die Studie befragten Unternehmen hat im vergangenen Jahr mindestens einen Fall von Abrechnungsbetrug aufgedeckt. Die Versicherer wissen aber: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Von einer „hohen“ Dunkelziffer gehen 45 Prozent der Krankenversicherer aus, von einer „sehr hohen“ weitere 17 Prozent.

Zwar verfolgen die Versicherer Hinweise auf Abrechnungsbetrug, die Staatsanwaltschaft wird jedoch nur selten herangezogen. Ein Strafverfahren dauert den Befragten zu lange, zudem bewerten vier von fünf Krankenversicherer die fachliche Kompetenz der Ermittlungsbehörden als mittelmäßig. Ohnehin kommen die Betroffen den Betrügern meist zufällig auf die Spur. „Viele Krankenversicherungsunternehmen haben erkannt, dass sich Abrechnungsbetrug am besten durch die Kombination von Prävention, systematischer Kontrolle und konsequenter Ahndung bekämpfen lässt. Insbesondere die IT bietet hier noch weiteres Potenzial. Die richtige Technologie, beispielsweise das sogenannte 'Big Data Mining', kann helfen, die Aufdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen“, sagt PwC-Forensik-Experte Gunter Lescher.

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