Nachfolger gesucht

Berater von Marc Oehme


Einen Schritt weiter geht hier die BCA AG aus Bad Homburg, die „Ruhestandsmakler“ und „Wachstumsmakler“ im Rahmen eines Generationenvertrags aktiv systematisch zusammenbringt. Statt des direkten Verkaufs sieht das Konzept einen gleitenden Übergang von sechs bis zehn Jahren vor – die Übergabe soll sich idealerweise aus sich selbst finanzieren. Hierzu sieht das Modell in den ersten Jahren eine variable Verteilung von Abschluss- und Bestandsprovision vor. Die vertraglich fixierte Regelung der Provisionsteilung soll dem Ruhestandsmakler laut BCA sogar nach einigen Jahren den Bezug einer lebenslangen Rente aus den Bestandsprovisionen ermöglichen. Verkäufer müssen dabei nicht zwingend BCA-Partner sein, was andere Pools nachdenklich machen sollte. Käufer wiederum müssen sich verpflichten, zehn Jahre bei BCA zu bleiben. „Wir haben weit über 50 Interessenten auf Wachstums- und Ruhestandsseite erhalten. Zudem führen wir strukturierte Matching-Anfragen innerhalb der BCA angeschlossenen Vermittler durch. In mehreren derzeit laufenden Pilotübergaben stehen wir kurz vor dem Abschluss“, so BCA-Business-Development-Experte Karsten Kehl.

Ebenso zur Thematik frisch am Start ist die in Hamburg ansässige BHE Finanz AG, die anstrebt, pro Jahr drei bis sechs Maklerunternehmen zu kaufen. Solche mit einer jährlichen Courtage von mindestens 300.000 Euro, die zum Verkauf stehen, werden nach intensiver Überprüfung gekauft und unter dem Dach der BHE entweder von einem neuen (angestellten) Nachfolger oder einem ehemaligen Beschäftigten des Maklerunternehmens weitergeführt. Der scheidende Makler wiederum wird für einen weichen Übergang noch maximal fünf Jahre an Bord gehalten und erhält flankierend hierzu verteilt seinen Kaufpreis plus zum Beispiel Geschäftsführergehalt. Sollte der Seniormakler jedoch zum Beispiel aufgrund Lustlosigkeit nicht mehr aktiv werden, drohen ihm entsprechende Abzüge, etwa bei vermehrt eintretendem Stornogeschäft. Der BHE-Gewinn entsteht durch die Optimierung des Unternehmens, heißt durch eine entsprechende Bestandsverbesserung und -kontrolle. Sobald eine Vielzahl von Maklerunternehmen unter dem BHE-Dach aktiv ist, erhofft man sich zudem höhere Courtage bei den Gesellschaften.

Finanziert werden sollen die Makler-Einkäufe zum Teil über die geschlossene Beteiligung „Unternehmensnachfolge Deutschland 1“ aus dem Hause Pretagus GmbH. „Unser Fonds wird Mitte Juni starten und möchte zehn Millionen Euro (Erhöhung auf 15 Millionen möglich) einsammeln, welche als eine Art Darlehen an die BHE weitergegeben werden“, so Geschäftsführer Matthias Gosch. Jährlich 7 Prozent Rendite soll der Fonds bringen, was dem Darlehenszins an die BHE entspricht (mehr hierzu lesen Sie online unter www.procontra-online.de). Laut Unternehmensauskunft haben bereits einige Makler das Gespräch mit BHE gesucht, um sich intensiver mit dem Nachfolgemodell zu beschäftigen.

Fazit
Gleich, ob ein Makler sein Lebenswerk später verkaufen oder vom Nachwuchs fortführen lassen möchte. Er sollte sich sehr frühzeitig mit dem Thema beschäftigen und die verschiedenen Möglichkeiten beleuchten. Die Zeit ist bekanntermaßen ein Dieb. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare