EIOPA: Versicherer leiden unter Niedrigzins

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) schlägt Alarm. Die historisch niedrigen Zinsen schlagen sich in den Eigenmittelquoten als auch in den Gewinnen und teilweise sogar in den Prämieneinnahmen nieder. Die Solvabilitätsquoten der 20 größten europäischen Versicherungskonzerne stehe noch immer bei mehr als dem Doppelten des geforderten Minimums, doch die Quoten fangen an, zu sinken.

Die Solvabilitätsquoten sind die Kennzahl für die Kapitalausstattung in der Branche. Ihre Quoten hätten bereits „leicht zu sinken begonnen“, heißt es im EIOPA-Bericht. „Obwohl der Sektor mit diesen Herausforderungen noch für geraume Zeit zurechtzukommen scheint, wird die EIOPA die Lage weiterhin genau beobachten“, schreiben die EU-Experten in ihrem Bericht. Die Haushaltspolitik der europäischen Regierungen belaste die Konjunktur und damit auch die Versicherer. Sollte sich die Währungskrise verschärfen, würden auch die Allianz und die Axa betroffen sein und nicht nur die kleinen, nationalen Versicherungen.

Die größte Sorge ist das Zinsniveau. Mit risikoarmen Anlagen schaffen sie es mit Ach und Krach, die Renditen zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden versprochen haben. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet nach dem ersten leichten Rückgang seit Jahrzehnten wieder auf steigende Beitragseinnahmen. Im vergangenen Jahr sank das Prämienvolumen etwa bei den Lebenspolicen nach Angaben des GDV um 0,4 Prozent auf 178,2 Mrd. Euro.

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