Bausparen: ein analoges Geschäft

Berater von G.B.

Online wird vieles gekauft. Bausparverträge gehören in der Regel nicht dazu. 80 Prozent aller Bausparer können sich nicht vorstellen, online einen Bausparvertrag abzuschließen. Bei den Übrigen, die es sich vorstellen können, kommt es nur bei einem Bruchteil zu einem online geschlossenen Vertrag.

Bausparprodukte sind nichts für den schnellen Abschluss im Internet. Das ergab eine repräsentative Studie, für die über 7.000 Haushalte von Januar bis April 2012 befragt worden sind. Auch wenn laut Studie der Anteil der Bausparer mit einem Internet-Anschluss von 77 auf 85 Prozent gestiegen ist, können sich nur zwanzig Prozent der Befragten überhaupt vorstellen, online einen Vertrag abzuschließen. „Es gibt eine relativ starke Hemmschwelle, was den Online-Abschluss anbelangt. In der Regel wird eine persönliche Beratung gewünscht“, sagt Torben Tietz, Partner bei MSR Consulting, gegenüber procontra online. Das Beratungsunternehmen führt jährlich die KUBUS-Studie durch, für die Kunden der acht größten Bausparkassen befragt werden.

Die Onlineverdrossenheit der Sparwilligen ist laut Studie jedoch weit höher. „Nur ein unheimlich geringer Anteil an Kunden schließt online einen Bausparvertrag ab. Nach meiner Einschätzung liegt er bei unter einem Prozent“, meint Tietz. „Ich kann keinem Anbieter empfehlen, eine Online-Abschlussstrategie zu favorisieren“, schlussfolgert Tietz aus den Ergebnissen der Umfrage. Bausparverträge seien oft keine Erstprodukte. Sie würden den Kunden oft erst in Verbindung mit Finanzierungskonzepten angeboten. „Es bleibt ein beratungsintensives Produkt“, sagt Tietz weiter. Zudem sei für die Kunden weniger der Online-Vertrag wichtig. „Wichtiger sind die Online-Kanäle für die Betreuung“, sagt Tietz.

 

Fotocredit: m.schuckart - Fotolia.com



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