Aufsichtsratsposten fest in Männerhand

Panorama von G.B.

Die deutschen Aufsichtsräte werden nur langsam weiblicher. Aktuell sind in Deutschland 91 der 500 Aufsichtsratsmitglieder von Dax-Unternehmen Frauen. Seit Anfang 2011 ist der weibliche Anteil in den Kontrollgremien zwar um ein Drittel gestiegen. Mit 18,2 Prozent verfehlen die Unternehmen jedoch die selbst angestrebte Zielquote von 22 Prozent.

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten ist bis Ende Mai dieses Jahres um 4,8 Prozent gestiegen. Insgesamt gelang 24 Frauen der Sprung in den Aufsichtsrat, davon 14 auf Seiten der Anteilseigner und nicht als Vertreterinnen der Mitarbeiter. Auf Kapitalseite sind nun knapp 13,3 Prozent der Aufsichtsräte weiblich.

Die Werte liegen jedoch weit unter den 30 Prozent, die die EU-Kommissare in den Kontrollgremien sehen wollen. Auch die von der Wirtschaft selbst verordnete Quote von 22 Prozent verfehlen die Unternehmen mit dieser Bilanz. Experten lesen aus diesen Zahlen zumindest eine positive Tendenz. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, müsste eigentlich auch die Politik gewillt sein, den Unternehmen noch Zeit zu geben, bevor mit einer gesetzlichen Quote eingegriffen wird“, sagt Henning Hönsch, Partner beim Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers, das die Geschäftsberichte der Unternehmen auswertete und den Frauenanteil der Aufsichtsräte von Dax-Unternehmen berechnete.
Mehr Zeit wird es vermutlich nicht geben. EU-Kommissarin Viviane Reding hat für 2015 eine Frauenquote von 30 Prozent angekündigt. Die Gesetzesvorlage dazu könnte schon im Sommer dieses Jahres vorliegen.

 

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