Allianz fordert Zugeständnisse bei Offshore

Sachwerte Versicherungen von Oranus Mahmoodi

98 Prozent der weltweit installierten Windleistung gehen auf Onshore-Anlagen zurück. Dabei liege viel Potenzial im Offshore-Bereich, heißt es bei Lacuna. Obgleich die BaFin alternativen Energien und insbesondere die Offshore-Energiegewinnung als Hochrisikobereich einstuft. Daher rechnet es sich für Unternehmen nicht, in Windanlagen auf dem Meer zu investieren. Die Allianz hat etwa Zugeständnisse von der EU-Kommission und der Bundesregierung verlangt, um Investitionen in Offshore-Windprojekte und Stromtrassen zu ermöglichen.

Die Allianz fordert ein Entgegenkommen der Politik. „Wir investieren zurzeit überhaupt nicht in deutsche Offshore-Windparks“, sagt Armin Sandhövel, Chef der Konzerntochter Allianz Climate Solutions, zur Financial Times Deutschland. Der Konzern legt nur 1,3 der 460 Milliarden Euro Kapitalanlagen in alternative Energie in Europa an. 300 Millionen investiert der Konzern in Solarenergie und eine Milliarden Euro in Windanlagen zu Lande. So großzügig ist man im Offshore-Bereich nicht.

Es sei das Geld von Kunden für deren Altersversorgung, da habe die Finanzaufsicht BaFin etwas gegen riskante Anlagen, heißt es bei der Allianz. Alternative Energien zählten aber zu den Hochrisikoinvestments. Die Allianz investiert bislang nicht in Offshore-Windparks. „Im Offshore-Bereich liegt großes Potenzial“, so Thomas Hartauer. Der Lacuna-Vorstand ist selbst im Onshore-Windsegment aktiv. „Vor dem Hintergrund der bislang ungeklärten Frage, wie der Strom zum Verbraucher kommen soll – Stichwort Netzausbau –, und der Tatsache, dass die Technologie noch vergleichsweise neu ist, stehe ich Windparks auf hoher See allerdings noch zurückhaltend gegenüber.“

Seine Einschätzung findet Hartauer im Windenergie Report Deutschland 2011 bestätigt. „Offshore fehlen noch viele Betriebsjahre, die der Onshore-Bereich bereits absolviert hat, um so Profitabilität und Wirtschaftlichkeit zu erlangen,“ sagt Hartauer. Erwartungsgemäß findet laut Windenergie Report Deutschland 2011 der größte Zubau von Windleistung in Norddeutschland statt. So wurden im vergangenen Jahr an den Küsten und in der norddeutschen Tiefebene insgesamt 1.146 MW installiert, das entspricht 59 Prozent der 2011 in Deutschland neu errichteten Windleistung. Die verbleibenden 41 Prozent entfielen auf Mittelgebirgsregionen, die einen Leistungszubau von 750 MW verzeichneten.

„An der inzwischen sehr hohen Leistung fernab von norddeutschen Küstenregionen lässt sich ein Trend hin zur verstärkten Erschließung von Binnenland-Standorten ablesen“, sagt Hartauer. Damit einher geht eine Veränderung der technischen Parameter der Windenergieanlagen. Da in Binnenstandorten ausreichende Windverhältnisse für die wirtschaftliche Stromerzeugung erst in vergleichsweise großer Höhe erreicht werden, hat sich die Turm- und Nabenhöhe der Anlagen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

Von diesen insgesamt 62 Offshore-Projekten stehen allein 53 in Europa – 28 in der Nordsee, vier in der Ostsee. „Europa gilt daher weltweit als Offshore-Vorreiter“, sagt Hartauer. „Eine Studie der European Wind Energie Association geht sogar davon aus, dass bis 2020 zwischen 20.000 MW und 40.000 MW Windleistung in Europas Gewässern installiert sein werden.“ Noch liegt der Zubau im Vergleich zur Onshore-Leistung jedoch relativ niedrig. So wurden 2011 in Deutschland nur 125 MW neu installiert. Höher liegt diese Zahl mit 320 MW in Großbritannien. Für 2012 erwartet der Windenergie Report Deutschland 2011 hier sogar einen Zubau von über 1.000 MW.

Auch im Offshore-Bereich ist dabei bereits der technische Fortschritt spürbar, wodurch die höheren Nennleistungen möglich werden. So haben sich die durchschnittlichen Rotordurchmesser von ca. 20 m im Jahr 2000 auf inzwischen gut 50 m erhöht, wobei äußerst leistungsstarke WEA Durchmesser von 154 m aufweisen. Im Gegensatz zu Onshore-Standorten reichen im Offshore-Bereich aber Nabenhöhe von gut 80 m aus, um eine wirtschaftliche Stromerzeugung zu gewährleisten. „Beide Technologien zeigen in diesem Zusammenhang einen Trend zu immer höheren Nennleistungen, allerdings liegt die durchschnittliche Leistung einer Offshore-WEA mit knapp 5 MW deutlich höher als die der Onshore-Anlagen“, erklärt  Hartauer.

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