Kredit gibt es nicht nur von der Bank

Versicherungen von Andreas Kunze

Wenn das Geld knapp wird, denken die meisten an einen Bank-Kredit. Lebensversicherungskunden können aber auch ihre Police beleihen. Das ist oft günstiger als bei einer Bank. Allerdings sollte das Policen-Darlehen nicht zu einem Dauerzustand werden.

Banken werden häufig auch Kreditinstitute genannt, weil es zu deren Hauptgeschäft gehört, Kredite zu vergeben. Dass beim Lebensversicherer ebenfalls Kredite möglich sind, ist meist unbekannt. Eine Möglichkeit hierbei ist das Policendarlehen. Ein Teil des bislang aufgebauten Guthabens der Lebens- oder Rentenversicherung wird dabei als Darlehen ausgezahlt. Der Darlehenszins liegt derzeit je nach Gesellschaft bei etwa fünf bis acht Prozent p.a.

Das Policendarlehen ist damit deutlich günstiger als der Dispokredit auf dem Girokonto oder gar ein überzogenes Girokonto, für das besonders hohe Zinsen verlangt werden. Selbst ein normales Ratendarlehen der Bank ist meist teurer als das Policendarlehen. Da keine Bonitätsprüfung notwendig ist, erhält der Versicherungsnehmer außerdem in der Regel schnell Geld.

Maximaler Darlehensbetrag ist in der Regel 90 Prozent des "Rückkaufswertes" Der Vertrag läuft ansonsten wie bisher weiter; der Risikoschutz bleibt bestehen. Anders als bei Bank-Krediten üblich, gibt es keine feste Laufzeit und keine Pflicht, das Policendarlehen zurückzuzahlen. "Tilgen kann der Kunde grundsätzlich jederzeit”, sagt Antje Knoop von der Gothaer Lebensversicherung in Köln. “Wird nichts zurückgezahlt, verrechnet der Lebensversicherer den Darlehensbetrag bei Ablauf der Police mit der fälligen Auszahlung."
Allerdings birgt diese Flexibilität auch ein Risiko. Wird das Policendarlehen nicht getilgt, läuft es möglicherweise über viele Jahre - und der Zinsaufwand insgesamt kann dann sehr hoch werden. Für einen kurzfristigen Liquiditätsengpass ist das Policendarlehen somit gut geeignet, langfristige Geldprobleme lassen sich damit allerdings kaum lösen.

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