Kettnaker klagt gegen Göker-Regisseur

Panorama Berater von Oranus Mahmoodi

Der Fall Göker lässt die Alte Leipziger nicht los. Vertriebsvorstand Frank Kettnaker (links im Bild) hat Mehmet Göker (mitte, links im Bild) auf einem MEG-Event gelobt und Dokumentarfilmer Klaus Stern hat die Kamera draufgehalten. Der Versicherer hat Stern verklagt. Man möchte nicht mehr mit Göker in Verbindung gebracht werden. Kettnaker reicht es nicht, dass die Szene im Januar schon aus dem Film entfernt wurde.

Alte Leipziger und Hallesche haben den Regisseur Klaus Stern verklagt. Am Mittwoch lief die Verhandlung vor der 28. Zivilkammer am Kölner Landgericht. Streitfall: Eine acht Sekunden lange Szene, in der Frank Kettnacker den ehemaligen MEG-Chef Göker lobt. „ ...und vielen Dank für Ihren Erfolg, denn ihr Erfolg ist letztlich der Erfolg von uns allen, vielen Dank“, hatte Kettnaker zu Göker gesagt. Die Vorsitzende Richterin hat zwar kein Urteil gefällt, sagt aber schon während der Verhandlung: „Wir neigen dazu, dass Herr Kettnaker die Filmszene hinnehmen muss. Es war ein beruflicher Auftritt bei einem Partnerunternehmen“, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine schreibt. 

Kettnaker hat bereits Ende Januar 2012 über das Landgericht Köln eine Verfügung erlassen, nach der die Sequenz nicht mehr gezeigt werden dürfte. Nur 400 Premierengäste in Leipzig und MDR-Zuschauer haben diesen Ausschnitt zu Gesicht bekommen. Nicht genug für die Versicherer, Kettnaker verlangt eine eidesstattliche Erklärung von Stern, die Szene auch Zukunft niemals zu zeigen. Das war dem Regisseur zu viel. Das endgültige Urteil wird Ende diesen Monats erwartet.

Für seinen Dokumentarfilm „Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker“ begleitete Stern das Schmuddelkind der Branche, Mehmet Göker, jahrelang. Der Dokumentarfilm zeigt  den rasanten Aufstieg und tiefen Fall Gökers, inklusive der Jubel-Events von MEG. „Man kann auch nicht sagen, Göker ist verrückt - er konnte nur so agieren, weil er das Geld von den Versicherungskonzernen bekommen hat“, sagte Klaus Stern exklusiv gegenüber procontra online.

Fotocredit: sternfilm // Ulf Schaumlöffel