Kapitalmarktkrise: W & W reagiert mit Rationalisierung

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Die Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase das Rationalisierungsprogramm „W&W 2015“ aufgelegt. Demnach wird der Vertrieb künftig den Fokus auf die Schaden- und Unfallversicherung legen. Bei der Lebensversicherung werden Angebote ohne Garantie wie fondsgebundene Policen bevorzugt angeboten.

Das Betriebs- und Geschäftsmodell der W & W soll auf weiteren Erfolg getrimmt werden. Dies kündigte Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender der W&W, auf der Hauptversammlung am Freitag an. Erdland rechnet damit, dass das tiefe Zinsniveau noch weitere Jahre fortbesteht. Das schmälert die Rentabilität der finanziellen Vorsorge des Bürgers. Es belastet vor allem die Ertragslage von Finanzdienstleistern, die ihren Schwerpunkt im zinsabhängigen Geschäft haben.

„Mit dem Programm „W&W 2015“ wollen wir auf diese „Neue Realität“ wirksame Antworten geben. Unser Ziel ist, die Gewinnentwicklung zu stärken und abzusichern, um aus eigener Kraft unser Eigenkapital aufstocken zu können“, sagt Erdland. Es entwickele sich ein immer stärkerer Druck auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Konzern hat sich das Ziel gesetzt, ab 2012 pro Jahr 250 Millionen Euro zu verdienen und davon 170 Millionen Euro ins Eigenkapital zu stecken.

In das Rationalisierungsprogramm sollen alle Bereiche des Konzerns einbezogen werden. Notwendig seien keine kurzfristigen Einsparungen, sondern strukturelle Veränderungen. Als Stichpunkte nannte er die Kostenvermeidung, die Verbesserung von Effizienz und Effektivität und die Verbilligung interner und externer Leistungen. Eine Maßnahme ist bereits beschlossen: Von den 600 Mitarbeitern der Servicegesellschaft WWS in Ludwigsburg gehen rund 70 Mitarbeiter aus dem Bereich Gebäudeunterhaltung zur Berliner Dussmann Gruppe.

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