Fortuna macht´s nur noch mit JDC

Versicherungen von Robert Krüger-Kassissa

Aus Liechtenstein, Firmensitz der Fortuna Lebensversicherung, kommen schlechte Nachrichten für Makler nach Deutschland. Fortuna will ab 1. August beim Neugeschäft nur noch mit Jung, DMS & Cie. zusammenarbeiten.

Per Brief teilte die Fortuna deutschen Maklerpools mit, dass sich ab August etwas grundlegend ändert: „Das Unternehmen Jung DMS & Cie. aus Wiesbaden wird unser strategischer Hauptpartner in Deutschland sein.“ Ab diesem Zeitpunkt wird Fortuna kein Neugeschäft mehr von anderen Direktanbindungen annehmen. Für viele Makler und Pools ist dies sicherlich ein Stoß vor dem Kopf und erweckt den Verdacht, dass es sich um eine ganzheitliche Generali-Strategie handelt, denn auch andere Generali-Unternehmen wie beispielsweise die Central haben unter großem Unmut der freien Makler den Vertrieb über selbige eingestellt.

„Diese Entscheidung wurde nicht von Generali vorgegeben, sondern ist hier in Liechtenstein gefallen“, sagt Everardo Gemmi, Geschäftsführer Vertrieb der Fortuna auf procontra online-Anfrage. Laut Gemmi gibt es weder von Generali Deutschland noch Generali Schweiz, zu der Fortuna gehört, strategische Vorgaben. Das gäbe es nur in Indien und China. „Vor zehn oder 15 Jahren haben ja sogar die einzelnen Generali-Unternehmen nicht mal miteinander gesprochen. Das hat sich nun geändert, aber dennoch fallen solche Entscheidungen immer noch im einzelnen Unternehmen“, sagt Gemmi.

Die Gründe für diesen Schritt seien die zu hohen Kosten für die Betreuung. Fortuna muss sich wegen des schwächelnden LV-Marktes neu aufstellen. Der einzige Maklerbetreuer für Deutschland bei Fortuna in Liechtenstein wird deshalb nun ab August nur der Ansprechpartner für JDC sein und nicht mehr wie vorher über 1.000 Makler betreuen müssen. „Wir haben uns für Jung DMS entschieden, weil es der Pool mit den meisten Anbindungen ist. Uns sind Anbindungen wichtiger als der Umsatz. Denn wir sind in Deutschland ein kleiner Nischenanbieter“, erläutert Gemmi.

Damit geht der Fortuna aber auch Geschäft verloren, denn sicherlich werden auch in Zukunft noch einige Makler, die nicht bei JDC angeschlossen sind, mit den Liechtensteiner Umsatz machen wollen. „Es ist ein riskanter Weg“, sagt selbst Gemmi. „Die Makler, die bisher bei uns direkt angeschlossen waren und kein Geschäft eingereicht haben, gehen uns verloren. Für die Makler, die aber bisher Umsatz mit uns gemacht haben und die aus irgendwelchen Gründen nicht mit Jung DMS zusammenarbeiten wollen, werden wir einen Weg finden.“ Und auch für die ausgebooteten Pools möchte Fortuna in den nächsten Wochen ein Konzept vorstellen, dass eine weitere Zusammenarbeit ermöglicht. „Wenn sie dann noch mit uns zusammenarbeiten wollen“, ergänzt Gemmi. Es wird sich zeigen wie die Pools reagieren werden. Denn in dem Brief an die Pools, der wohl ein Standardbrief war, werden auch die Vorzüge von JDC als „sehr renommiertes und angesehenes Unternehmen, welches Ihnen viele weitere Vorteile aufzeigen wird“, gelobt. Diese indirekte Aufforderung mit JDC zusammenzuarbeiten, wird den Pools unter Umständen nur bedingt gefallen. procontra online wird Sie auf dem Laufenden halten.

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