AfW geißelt Provisionsabgabeverbot

Berater Versicherungen von G.B.

Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW plädiert für die Aufhebung des Provisionsabgabeverbots. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bezog der AfW eine klare Position.

„Das Provisonsabgabeverbot verstößt gegen geltendes Europarecht, Wettbewerbsrecht und den Bestimmtheitsgrundsatz. Es muss also aufgehoben werden“, schreibt der Verband in seiner Stellungnahme. Denn nach Sicht des AfW sei das Verbot ein Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit. Der freie Wettbewerb werde eingeschränkt. Stattdessen fordert der Verband die Liberalisierung der Vergütungsmodelle für Vermittler.

Versicherungsgesellschaften sollen nach Sicht des AfW verpflichtet werden, für jedes Versicherungsprodukt einen Nettotarif anzubieten. Vermittler haben so die Möglichkeit, mit dem Kunden direkt ein Honorar zu vereinbaren. Daher sollen sich vor allem die Versicherungsgesellschaften bewegen. „Das gleichzeitige Anbieten auch von Nettotarifen ist ohne erheblichen Aufwand für die Versicherungsgesellschaften machbar“, schreibt der Verband in dem Papier.

Besonders verärgert zeigt sich der AfW gegenüber der Forderung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dieser fordert die Verankerung des Provisionsagabeverbots im Versicherungsaufsichtsgesetz. Die Gesellschaften böten heute schon Rabatte und Geschenkzugaben an. Vermittlern solle dies jedoch mit der Verankerung des Verbots grundsätzlich untersagt sein. „Dieser wettbewerbsverzerrende Vorschlag des GDV ist ein Affront gegen alle Vermittler (Makler und Vertreter), ein Versuch insbesondere die unabhängigen Makler aus dem Markt zu drängen und hat mit fairem Wettbewerb und dem Interesse der Verbraucher und Vermittler nichts zu tun.“

Mit der Stellungnahme des AfW plädiert nach dem Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) die zweite Interessenvertretung für die Einführung von Mischmodellen bei der Vergütung. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und GDV lehnten dagegen in ihren Stellungnahmen ein Wegfall des Verbots vehement ab. Bis vergangenen Freitag konnten sich Verbände und Organisationen am Konsultationsverfahren der BaFin beteiligen.



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