Gespräch mit drei Chefs

Berater von Oranus Mahmoodi

Matthias Brauch, der Geschäftsführer von Softfair, hat zwei Töchter gegründet und diese mit erfahrenen Experten aus der Branche bestückt: Michael Reusch ist der neue Geschäftsführer für Softfair BackOffice GmbH, Christoph Dittrich führt die Geschäfte der Softfair Analyse GmbH. procontra online sprach mit dem alten und den zwei neuen Geschäftsführern.

procontra online: Können Sie bitte konkretisieren, was sich durch die zwei Unternehmenstöchter verbessert hat - zumal die Töchter sich ja auf Geschäftsfelder konzentrieren, die zuvor bei Softfair gebündelt waren?

Matthias Brauch: Der Name „Softfair“ steht in unserem Marktumfeld vor allem für die qualitativ hochwertigen Vergleichsprogramme der „Lotse“-Reihe. Allerdings bieten wir schon seit Jahren viele weitere Dienstleistungen erfolgreich an, die jedoch aufgrund unserer Historie immer „im Schatten“ der Vergleichsprogramme standen. Bereits seit Jahrzehnten vergleichen wir nicht nur die Beiträge der Tarife in den einzelnen Versicherungssparten, sondern haben auch immer die Versicherer- und Tarifbedingungen analysiert und diese für die Darstellung in unseren Programmen teilweise auch als Rating berücksichtigt und auch nach außen veröffentlicht. Es war daher nur eine Frage der Zeit, dass wir hier diese bereits betretenen Pfade verbreitern und das vorhandene Know-how auch in Form und Inhalt professionell im Markt platzieren. Um diesem Geschäftsfeld auch nach außen mehr Gewicht zu geben, haben wir nicht zuletzt deshalb auch das Wort „Analyse“ im Firmennamen der „Softfair Analyse GmbH“ platziert. Darüber hinaus besitzen wir auch eine gewachsene Historie im Bereich der Bestandsverwaltungssysteme und den damit einhergehenden Schnittstellen und Importfunktionen, die nun auch mit der notwendigen Personaldecke behandelt wird.

procontra online: Wie genau wird durch die Aufteilung der Unternehmensaufgaben Transparenz erzeugt - so wie Sie es ankündigen?

Matthias Brauch: Unsere Kunden und diejenigen, die es noch werden möchten, wissen nun genau, wer ihr Ansprechpartner für die gewünschten Themengebiete ist. Für alle Themen rund um Vergleichs- und Analyseprogramme, Tarifpflege und Technik ist die Softfair GmbH erster Ansprechpartner. Für Klarheit in den Bereichen Ratings und Gütesiegel sorgt die Softfair Analyse GmbH und alle Fragen rund um Bestandsverwaltung, Provisionsabrechnung, Schnittstellen und Importe wie GDV beantwortet die Softfair BackOffice GmbH.

procontra online: Hat sich die Produktaufstellung geändert?

Matthias Brauch: Nein, dazu gibt es keinen Anlass, im Gegenteil. Mit der Produktaufstellung waren wir in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich und den Weg wollen wir weitergehen. Die vorhandenen Produkt- und Geschäftsbereiche wurden aber nun aufgrund der gestiegenen Anzahl an Produkten und Kunden auf mehrere verantwortungsvolle Unternehmensschultern verteilt, was durch die jeweiligen Kernaufgaben zu einer verbesserten Betreuung der Kunden und Weiterentwicklung der Programme führen wird. Zu den einzelnen Aufgaben und den Vorteilen, können meine beiden neuen Kollegen aber sicher noch einiges zusätzlich beitragen.

procontra online: Ändert sich die Qualität der Bewertung der verschiedenen Versicherungstypen? - Es wird ja häufig kritisiert, dass der günstigste Tarif an erster Stelle steht, ohne Rücksicht auf qualitative Mängel.

Christoph Dittrich: Geändert hat sich schon heute vor allem die Qualität des Einsatzes und Konsums von Bewertungsergebnissen. Zu beobachten ist, dass Produkt- und Unternehmensratings mehr und mehr ins Bewusstsein der Verbraucher rücken und hier den Preis als hauptsächliches oder bisweilen vielleicht sogar einziges Entscheidungskriterium zunehmend verdrängen. Der Preis ist natürlich nach wie vor eine wichtige aber letztlich doch offensichtliche und für jedermann leicht zu bewertende Dimension. Knifflig wird es, wenn dieser Preis ins Verhältnis zur Leistung eines Tarifs gesetzt und darüber hinaus noch ein gesunder Produktgeber gefunden werden soll. Mit einer nur nach Preis sortierten Tabelle ist es dann für die Versicherten in spe und somit auch für den Vermittler nicht mehr getan. Er trifft in der Beratungssituation auf immer kritischere weil besser informierte Kunden, muss diverse Facetten bewerten und auch auf ihre Wechselwirkungen miteinander eingehen können. Hier leistet etwa das Softfair PKV-Leistungsrating schon heute einen wichtigen Beitrag. In der Softfair Analyse GmbH geht es jetzt darum diesen Ansatz der qualitativen beziehungsweise leistungsbezogenen Tarifbewertung auch in weitere Versicherungssparten zu überführen.

procontra online: Sind bei der Softfair BackOffice nun auch die Schulungen für die Makler angesiedelt und welche Dienstleistungen werden neben den genannten noch angeboten?

Michael Reusch: Die Schulungen für unsere Kunden werden auch weiterhin durch die Softfair GmbH durchgeführt. Die Leistungen der Softfair BackOffice GmbH bestehen im Wesentlichen aus zwei Tätigkeitsbereichen. Zum einen werden wir die Entwicklung des Bestandsverwaltungs- und Abrechnungssystems finorm weiter vorantreiben und hier auch als primärer Ansprechpartner unserer Kunden bereit stehen. Desweiteren können über uns weitere technische und fachliche Backoffice-Services bezogen werden, um den Vertrieb in seinen operativen Tätigkeiten zu unterstützen. Hierzu zählt neben der Betreuung unserer Kunden in der täglichen Arbeit mit finorm zum Beispiel auch der regelmäßige Import externer Daten im GdV-Format oder über andere standardisierte Schnittstellen.

procontra online: An die Herren Dittrich und Reusch: Welche Fertigkeiten nehmen Sie von ihrem alten Arbeitgeber mit?

Michael Reusch: In den letzten Jahren befand ich mich in einer zentralen Position zwischen dem Kunden und den internen IT-Einheiten. Auf der einen Seite konnte ich hierbei immer die Bedürfnisse der Makler aufnehmen und habe mich stets mit den Maklerprozessen beschäftigt. Auf der anderen Seite hatte ich intensiven Kontakt zur IT und konnte so etwaige Anforderungen bereits vorqualifizieren. Gelernt habe ich dabei beide Seiten zu verstehen - sowohl den Makler als auch den ITler. Ich denke dass mir diese Fähigkeit in meiner neuen Position sehr helfen wird und freue mich sehr auf viele anregende Kundengespräche.
Bereits jetzt - nach erst kurzer Zeit im Hause Softfair und den ersten Gesprächen mit unseren Kunden - merke ich, dass sich die Bedürfnisse nicht geändert haben. Meine vorherige Tätigkeit hat mir insofern ein prima Handwerkszeug mitgegeben, um diese neue Position ausfüllen zu können.

Christoph Dittrich: Ich hatte die vergangenen sechs Jahre mein Ohr am Analysemarkt, stand täglich in Kontakt mit Vertrieben, Versicherern, der Presse und zum Teil auch mit Verbrauchern. Ich habe die unterschiedlichen Bedürfnisse, Erwartungen aber auch Vorbehalte gegenüber Ratings und Rankings kennengelernt, und verstanden, dass sich alle - von einigen wenigen Produktgebern abgesehen - im Kern danach sehnen, dass Transparenz sichtbar gemacht wird. Die gewünschte Transparenz bezieht sich dabei aber nicht nur auf den bloßen Konsum von Ergebnislisten oder der schnellen Identifizierung von Tops und Flops anhand von Sternchen, Rechenzeichen oder Buchstabenwiederholungen. Wichtig ist vor allem auch die Offenlegung der Bewertungsmethoden, die vom Analysten getroffenen Annahmen und subjektiv gesetzten Benchmarks und des Geschäftsmodells. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, da sie zeigt, dass Ratings immer weniger blind als „Universalurteile“ im Selektionsprozess eingesetzt, sondern zunehmend kritisch hinterfragt werden. Ein ganz entscheidendes Thema für die Softfair Analyse GmbH wird deshalb auch der direkte Austausch mit den Marktteilnehmern sein. Oberstes Ziel ist es ihnen innovative Instrumente für komplexe Auswahlentscheidungen an die Hand zu geben und die hinter ihnen stehenden Annahmen nachvollziehbar zu machen. Dafür fühle ich mich auch durch meine berufliche Vergangenheit bestens gerüstet.

procontra online: Sie bewerben aktuell wieder den „Finanzterminal24“. Können Sie bitte erläutern, was an dem „Finanzterminal24“ in der Zukunft weiter ausgebaut werden soll und wie Softfair die Entwicklung des Unternehmens und des Marktes sieht?

Matthias Brauch: Kern von Softfair war und bleibt stets der Verkauf eines ganzheitlichen Systems, zugeschnitten auf große Maklerhäuser, Maklerpools, Vertriebe und Versicherungsunternehmen. Diesem Ziel ordnen sich sämtliche Geschäftsbereiche von Softfair unter, einige haben wir mit der Gründung der Tochterunternehmen nun nachhaltig gestärkt. Des Weiteren haben wir auch innerhalb der Softfair GmbH mit Blick auf das Gesamtsystem einzelne Bereiche personell verstärkt, beispielsweise in der Entwicklung unseres jüngsten Produktes, dem Kfz Lotse online.
Der Grund für diese ganzheitliche Ausrichtung ist die Entwicklung unseres Neugeschäftes, hier sind seit längerem zwei eindeutige Trends auszumachen. Zum einen der „Zwang zur Größe“, die klare Fokussierung des Marktes auf größere Einheiten und damit auf deren Prozesse. Zum anderen werden es all die Dienstleister schwer haben, die sich als Spezialisten in bestimmten Sparten verstehen. Der Kunde erwartet ganzheitliche Lösungen aus einem Guss und kein Stückwerk.