„Mehr Zeit für Beratung und Verkauf“

Berater von procontra

Dr. Dieter Ackermann, Hauptabteilungsleiter Systementwicklung beim VOLKSWOHL BUND, erklärt im Interview, warum es sich nicht nur für Versicherungsunternehmen, sondern auch für Makler lohnt, bei der Brancheninitiative Prozessoptimierung (BiPRO) mitzumachen.

procontra: Herr Dr. Ackermann, welches Interesse haben Versicherer wie der VOLKSWOHL BUND, sich im BiPRO e. V. zu engagieren?

Dr. Dieter Ackermann: Der zunehmende Kostendruck, auch in der Versicherungsbranche und da besonders im Vertrieb, macht es unumgänglich, dass die Prozesse vom Versicherer bis zum Kunden effizient gestaltet werden. Viele Versicherungen mit einer Ausschließlichkeit machen es uns vor. Sie haben ihre Prozesse bis zum Kunden vorbildlich ohne Medienbrüche umgesetzt. Wir als reiner Maklerversicherer können dies aber nicht alleine tun. Wir müssen die Vielzahl an unterschiedlichen Prozessen und Schnittstellen mit unseren Maklern und unseren Kunden gemeinsam mit den anderen am Prozess beteiligten Partnern gestalten und damit minimieren. Alle Maklerversicherer, Maklerverwaltungsprogrammhersteller, Vertriebe, Pools und Verbünde müssen dafür zusammenarbeiten. Darum machen wir bei der BiPRO mit.

procontra: Welchen Nutzen haben Sie davon?

Dr. Ackermann: Den Nutzen kann man nicht an einer Sache festmachen, man muss das differenzierter betrachten. Wir als Maklerversicherer halten als strategischen Nutzen mittel- bis langfristig den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Versicherungsunternehmen mit einer reinen Ausschließlichkeit oder Direktvertrieb für sehr wichtig. Natürlich entsteht auch schon jetzt kurzfristig operativer Nutzen. Wir werden zukünftig über die BiPRO-Normen 430 und 431 alle Geschäftsvorfälle inklusive der dazugehörigen Dokumente unseren Vertriebspartnern elektronisch zur Verfügung stellen können. Endlich kann damit der Irrsinn beendet werden, dass wir Dokumentenkopien, die natürlich bei uns elektronisch als PDF gespeichert sind, für unsere Vertriebspartner ausdrucken und mit der Post versenden, damit anschließend unsere Vertriebspartner diese Dokumente wieder einscannen und dann teuer vernichten müssen.

procontra: Wie viele Partner sind über BiPRO-Normen an Ihr Unternehmen angeschlossen und welche Normen nutzen Sie dabei?

Dr. Ackermann: Bei der Anbindung von Vertriebspartnern ist nicht die absolute Zahl das Entscheidende, sondern der Nutzen für beide Seiten. Wir übertragen unsere Störfälle mit der BiPRO-Norm 431. In Kürze werden wir unser Angebot auf die Norm 430 zur Übertragung aller Geschäftsvorfälle und der dazugehörigen Dokumente, wie Kopien für Versicherungsscheine, Nachträge, Dynamikerhöhungen, Überschussmitteilungen etc., ausweiten. Unsere BiPRO-Normen der 420er-Reihe für die Tarifierung, Angebots- und Antragserstellung und der Antragsdatenübertragung vom Point of Sale in unser Haus nutzen nicht nur unsere großen Vertriebspartner, sondern auch viele Vergleicher. Neben der Anbindung unserer großen Vertriebe werden wir 2012 verstärkt unsere selbstständigen Makler unterstützen. Dazu werden wir in diesem Jahr allen unseren Maklern die Möglichkeit geben, sämtliche Geschäftsvorfälle, Störfälle und Dokumentenkopien von uns elektronisch zu erhalten. Das werden wir zusammen mit anderen Maklerversicherern und der easy Login GmbH umsetzen. Wir entwickeln eine Software für Makler, den easyClient, die unsere Makler kostenlos im Februar 2012 erhalten und auf ihren PCs installieren können. Mithilfe des easyClients werden dann über 9.000 Makler unsere BiPRO-Normen nutzen können.

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procontra: Woran merkt der einzelne Vermittler, dass BiPRO in den Prozessen steckt?

Dr. Ackermann: Im Wesentlichen wird der Vermittler dies an der zunehmenden „Elektronisierung“ seiner Arbeitsabläufe erkennen. Die Anfrage und Abwicklung etwa von Angeboten und Anträgen werden vollständig elektronisch ohne Medienbrüche durchführbar sein. Ferner werden zusätzlich Geschäftsvorfallinformationen als Zuordnungskriterien übertragen. Damit wird er seinen Aufwand für Verwaltungsarbeiten stark reduzieren können und mehr Zeit für seine eigentliche Tätigkeit, die Beratung und den Verkauf, haben. Letztlich – und das ist das, was der Vermittler schon immer gefordert hat – kann er durch die Vereinheitlichung seiner Arbeitsabläufe mit den verschiedenen Versicherungen seine Serviceleistungen hin zum Kunden verbessern.

procontra: Wo liegt der Nutzen von BiPRO für die Vermittler?

Dr. Ackermann: Alle Vermittler profitieren von den standardisierten und effizienteren Prozessen mit ihren Versicherungsunternehmen, wenn Sie die passende Software haben, ohne dabei ihre individuelle und ganz persönliche Kundenansprache und -betreuung verändern zu müssen. Vermittler, die es gewohnt sind, mit einem Maklerverwaltungsprogramm zu arbeiten, sollten die BiPRO-Schnittstellen ihres Maklerverwaltungsprogramms nutzen. Viele Hersteller von Maklerverwaltungsprogrammen sind Mitglied im BiPRO e. V. und haben diese Schnittstellen bereits in ihre Produkte implementiert.