Krankenstand steigt nochmals

Versicherungen von Marc Oehme

Ein negativ auffallendes Ergebnis zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2012. So erreichen die Krankmeldungen in 2011 den höchsten Stand seit 15 Jahren. Weiter im Trend: Immer mehr Arbeitsausfälle entstehen aufgrund psychischer Krankheiten.

Laut des aktuellen DAK-Gesundheitsreports 2012 ist der Krankenstand nochmals um 0,2 Prozent auf 3,6 Prozent in 2011 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Er liegt damit so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit, warnt jedoch davor, diese Steigerung falsch zu interpretieren. „Bei der Entwicklung des Krankenstandes zeigen sich über alle Branchen hinweg bereits die ersten Anzeichen des demografischen Wandels“, kommentiert er den Trend. „Die Belegschaften sind schon heute durchschnittlich älter als vor zehn Jahren. Ältere Mitarbeiter sind seltener krank als Jüngere, dafür aber deutlich länger.“ Rebscher prognostiziert, dass aufgrund der Demografie der Krankenstand auch in den nächsten Jahren beschleunigt steigen wird, wenn Unternehmen nicht durch Prävention gegensteuern. Erst kürzlich hatte die Bundesagentur für Arbeit gemeldet, dass sich der Anteil der 60- bis 65-Jährigen an allen Erwerbstätigen in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht hat. Wie der aktuelle Bericht zeigt, wird es besonders hinsichtlich der immer älter werdenden Arbeitnehmer wichtig bleiben, diese für eventuelle monetäre Verluste aufgrund von Krankheit bedarfsorientiert abzusichern.

Besonders erschreckend ist zudem ein fortlaufender Trend bei den psychischen Erkrankungen: Im vergangenen Jahr stieg ihr Anteil von 12,1 auf 13,4 Prozent am Gesamtkrankenstand. Damit hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren der Anteil dieser Krankheitsgruppe am Krankenstand mehr als verdoppelt. Depressionen & Co machen heute knapp ein Siebtel des gesamten Krankenstandes aus. „Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung bei psychischen Leiden liegt bei rund 30 Tagen. Das Betriebsklima, die Führungskultur und familiengerechte Arbeitsplätze sind betriebswirtschaftlich gesehen weiche Faktoren, können aber helfen, psychische Erkrankungen zu vermeiden. Ein Monat Arbeitsausfall ist ein betriebswirtschaftliches Risiko, so dass es sich lohnt, auch hier zu investieren“, so Rebscher.

Insgesamt stehen Muskel-Skelett-Erkrankungen im Krankheitsspektrum aller bei der DAK-Gesundheit versicherten Arbeitnehmer mit 21,3 Prozent aller Krankheitstage ganz vorne. An zweiter Stelle folgen die Erkrankungen des Atmungssystems mit einem Anteil von 16,1 Prozent. Verletzungen liegen an dritter Stelle mit 13,9 Prozent. Die psychischen Erkrankungen sind mit 13,4 Prozent die viertgrößte Krankheitsart. An fünfter Stelle stehen Erkrankungen des Verdauungssystems mit einem Anteil von 6 Prozent.

Ein DAK-Versicherter war 2011 durchschnittlich 13,2 Kalendertage krankgeschrieben. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (52,2 Prozent) meldete sich 2011 gar nicht krank. Für den Gesundheitsreport hat die DAK-Gesundheit die Krankschreibungen von 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten mit Hilfe des ¬IGES Instituts aus Berlin ausgewertet.

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