Für Jagdfeld wird die Luft dünn

Sachwerte Berater von Robert Krüger-Kassissa

Beim Adlon-Fonds hat Jagdfeld nochmal den Kopf aus der Schlinge gezogen, doch nun kommt es in Heiligendamm dicke. Das Luxushotel hat laut einem Bericht der Ostsee Zeitung vor dem Amtsgericht Aachen Insolvenz angemeldet.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Jörg Zumbaum bestellt worden. Das Grand Hotel Heiligendamm wurde 2009 vom Anno August Jagdfeld übernommen, nachdem die Hotelkette Kempinski den Managementvertrag gekündigt hatte. Doch die Probleme des Hotels, Investitionsobjekt des Fundus Fonds 34, existieren seit Jahren. Dabei sah es im Sommer 2007 zumindest nach außen hin noch ganz gut aus. Die Bundesregierung veranstaltete mit viel Aufwand den G 8-Gipfel in diesem Hotel. Ein Foto mit den Regierungschefs in einem riesigen Strandkorb machte das Hotel anschließend weltberühmt. Der Rechtsanwalt Thomas Fritsch, härtestes Jagdfeld-Gegner und berühmt geworden durch seinen Putsch-Versuch im Adlon-Hotel, welches ebenfalls zur Fundus Gruppe gehört, sagte im Sommer 2011: „Im Grunde genommen ist Heiligendamm ein Insolvenzfall, schon seit drei Jahren. Die haben seit 10 Jahren im operativen Bereich keinen Gewinn gemacht.“ Noch im März 2011 hatte Jagdfeld das Ruder in Heiligendamm herumgerissen oder zumindest sich Aufschub verpasst. 74 Prozent der Anleger haben auf einer Gesellschafterversammlung einem Restrukturierungskonzept zugestimmt. Das Konzept wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erarbeitet. Die Konzept sah nach Angaben von Fritsch unter anderem vor, dass die Alt-Eigentümer auf einen großen Teil ihrer Einlage verzichten, damit die Jagdfeld Gruppe Investoren findet, die mit frischen Kapital in diesen Fonds investieren. Bei Heiligendamm sind 1.900 Anleger mit 130 Millionen Euro Eigenkapital betroffen. Der Kapitalbedarf wurde seinerseits zwischen 30 bis 40 Millionen Euro taxiert. Und bereits damals hieß es: Gelingt es nicht, dieses Geld einzutreiben, droht die Insolvenz. Der ewige Gewinner Jagdfeld, der in seiner Vergangenheit viele Jahre keinen einzigen Rechtsstreit verloren hat, hat nun eine Niederlage einstecken müssen. Natürlich hätte procontra die Meinung von Jagdfeld zu diesem Thema und vor allem die Antwort zur Frage wie es nun mit dem Hotel Heiligendamm weitergeht und was die Insolvenz für die Anleger bedeutet, sehr interessiert. Aber unsere Anfrage blieb unbeantwortet. Nach Informationen des Spiegels läuft der Hotelbetrieb weiter und nach Angaben des NDR erwirtschaftete das Hotel im Jahr 2010 erstmals ein Plus von 400.000 Euro und auch 2011 wurden schwarze Zahlen geschrieben.

Foto: ECH Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm