Allianz: stabile Dividende trotz Gewinneinbruchs

Versicherungen von Tina Gilic

EU-Krise und eine unberechenbare Natur: Die Gewinne des größten Versicherers Europas sind im Geschäftsjahr 2011 erwartungsgemäß eingebrochen. Doch die Aktionäre können aufatmen, die Dividende bleibt stabil.

Schuldenkrise und extrem hohe Belastung durch Naturkatastrophen haben der Allianz das Geschäftsjahr 2011 versemmelt. Der Gewinn brach um 46 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro ein, nach 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund dafür waren insbesondere die Wertminderungen von griechischen Staatsanleihen und Investments im Finanzsektor in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben hat der Konzern jetzt noch Griechenland-Anleihen im Wert von 310 Millionen Euro in den Büchern. Die Anleihen seien zum 31. Januar auf 24,7 Prozent des Nennwerts abgeschrieben worden.

Der Gesamtumsatz ging im Vergleich zum Rekordjahr 2010 um 2,7 Prozent zurück und lag bei 103,6 Milliarden Euro (2010: 106,5 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis ging um fünf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro zurück und blieb damit innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Spanne von 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro.

„2011 war ein schwieriges Jahr“, räumte Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, ein. „Dennoch konnten wir unsere Stabilität durchgehend erhalten. Das ist ein enormer Erfolg.“ So soll die Dividende im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 4,50 Euro je Aktie liegen.
Damit schüttet der Versicherer gut zwei Milliarden Euro oder 81 Prozent des Gewinns an seine Aktionäre aus. Ein recht hoher Wert, Experten hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von gut drei Milliarden Euro und einer Dividende von 4,29 Euro je Aktie gerechnet.

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Ein teures Jahr

2011 war das kostspieligste Jahr in Hinblick auf Naturkatastrophen in der Geschichte der Allianz. Das Kerngeschäft Schaden- und Unfallversicherung litt neben den Erdbeben in Japan und Neuseeland vor allem unter den Überschwemmungen in Australien und Thailand sowie den Tornados in den USA. Das operative Geschäft im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung sank 2011 um 2,5 Prozent, von 4,3 auf 4,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt hatte die Allianz Gruppe 1,8 Milliarden Euro für Schäden aufgrund von Naturkatastrophen an ihre Kunden ausgezahlt oder zurückgestellt; 0,5 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2010.

Im Segment der Lebens- und Krankenversicherung erzielte der Konzern mit 52,9 Milliarden Euro zwar die zweithöchsten gesamten Prämieneinnahmen der Unternehmensgeschichte, dennoch verloren diese 7,4 Prozent des Vorjahreswertes von 57,1 Milliarden Euro.

Während die Lebensversicherung sowie die Schaden- und Unfallsparte weniger Profit machten, legte die Vermögensverwaltung zu. Das operative Ergebnis in diesem Segment lag 2011 bei 2,3 Milliarden Euro, ein Zuwachs um 9,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,1 Milliarden Euro.

Bescheidene Prognose

„Wir erwarten 2012 weltweit ein ähnliches wirtschaftliches Umfeld wie 2011, mit einer leichten Besserung im zweiten Halbjahr. Die ersten Schritte zur Stabilisierung der Eurozone wurden bereits erfolgreich umgesetzt“, so Diekmann. Für 2012 peilt der Konzern ein operatives Ergebnis von 8,2 Milliarden Euro, plus/minus 0,5 Milliarden Euro an.

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