Chaotische Altersvorsorge

Berater von Tina Gilic

Es gibt sehr unterschiedliche Vorsorgetypen. Gemeinsam ist ihnen jedoch oftmals die planlose oder erst gar nicht vorhandene Vorsorge. So wird das Thema Alter und Tod verdrängt, und auch die Schuldenkrise trägt dazu bei, dass sich die Menschen auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Die Unberechenbarkeit der Welt ist heute allgegenwärtig. Dadurch erscheint auch jede finanzielle Vorsorge unsicherer denn je. „Mit vielfältigen, aber häufig unkoordinierten Vorsorgeaktivitäten wollen sich die Menschen einfach beruhigen, ohne das Ergebnis ihres Tuns genauer betrachten zu müssen“, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Im Rahmen der Untersuchung wurden sechs unterschiedliche Vorsorgetypen herausgefiltert und benannt. Darunter der „hortende Hamsterer“ (26 Prozent der Befragten), „getriebene Jongleure“ (7 Prozent), „planvolle Umschichter“ (26 Prozent), „sorglose Ignorierer“ (13 Prozent), „abwartende Angsthasen“ (12 Prozent) und „lockere Verteiler“ (11 Prozent).

Die Hamsterer suchen staatliche Förderungen und häufen Vermögen an, haben aber dennoch immer das Gefühl, dass es nie reicht. Die Jongleure sind risikofreudig und stets auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten. Die Umschichter stellen je nach Lebensphase die Produktschwerpunkte ihrer Altersvorsorge komplett um. Ignorierer leben im Jetzt und sorgen sich nicht um das Später. Der Angsthase ist wenig entscheidungsfreudig und setzt auf das Tagesgeldkonto, während der Verteiler viele Depots anlegt und diese auch gerne wieder vergisst.

„Doch eines lässt sich festhalten: Quer durch alle Vorsorgetypen wirken lange Laufzeiten und fixe Beiträge eher abschreckend“, fasst DIA-Sprecher Bernd Katzenstein das Ergebnis zusammen. „Beliebt sind vor allem Produkte, die hohe Flexibilität und Lebendigkeit im Alter versprechen und damit neben einer finanziellen auch eine psychologische Rendite gewährleisten.“

Dazu zählen Kapital-Lebensversicherungen, kurzfristige Tagesgeldkonten und Sparbücher. Produkte, die staatliche Förderungen beinhalten, wie vermögenswirksame Leistungen, Rürup- und Riester-Renten, erscheinen den Bürgern ebenfalls attraktiv. Beliebt ist vor allem die Immobilie, die neben ihrer finanziellen Rendite als sicherer Vermögenswert auch eine psychologische Rendite erbringt.

Zur Studie: Die Analyse hat sich auf 1.000 Paare im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, mit einem Bruttomonatseinkommen zwischen 2.500 bis 7.500 Euro, konzentriert.

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