„Ich bin kein Klinkenputzer“

Berater von Robert Krüger-Kassissa

Der Jungmakler des Jahres, der 31-jährige Hamburger Stefan Beckmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Medicuritas erklärt im Interview, warum Vertrieb Spaß macht und er nicht mit Pools zusammenarbeitet.

procontra: Herr Beckmann, Glückwunsch zum Titel Jungmakler des Jahres 2011. Warum haben Sie sich den schlecht angesehenen Maklerberuf ausgesucht?

Beckmann: Ich habe 2000 in dieser Branche mit einer Ausbildung angefangen und bin jetzt seit zwei Jahren selbstständig. Anfangs fand ich den Beruf mit Anzug und Krawatte einfach nicht schlecht. Im Laufe der Zeit habe ich mich immer weiter spezialisiert und mich immer gefragt: Was macht mir Spaß, wo liegen meine Stärken und kann ich mich hier frei entfalten?

procontra: Für viele junge Leute ist der Beruf sehr unattraktiv …

Beckmann: … der unattraktivste überhaupt …

procontra: … haben Sie eine Erklärung für dieses schlechte Image?

Beckmann: Viele Vertriebe haben verbrannte Erde hinterlassen. Viele Bürger hierzulande sind von einem Nicht-Fachmann beraten worden oder kennen zumindest jemanden, der schlechte Erfahrungen mit der Versicherungs- und Finanzberatung gemacht hat. Auch die Vorstellung des „Klinkenputzens“ ist für viele sicherlich nicht attraktiv. Aber so ist es ja gar nicht.

procontra: So ist es nicht?

Beckmann: Nein, natürlich machen wir auch Vertrieb. Aber wir machen einen seriösen Vertrieb. Und mir macht Vertrieb sogar Spaß. Ich bin aber kein Klinkenputzer.

procontra: Sie haben sich auf Ärzte und Zahnärzte spezialisiert. Schwierige Zielgruppe, oder?

Beckmann: Jein, wenn man sich auskennt, dann nicht. Mit Ärzten kennen wir uns aus, das bringt die Erfahrung mit sich. Denn ich war auch schon vor meiner Selbstständigkeit in diesem Bereich tätig.

procontra: Welche Sparten vermitteln Sie?

Beckmann: Alles. Bei Ärzten gibt es die Besonderheit, dass diese aus ihrer Berufsordnung heraus eine Berufshaftpflichtversicherung haben müssen. Das ist natürlich eine kleine Einstiegshilfe für uns. Aber natürlich sind Ärzte wie Sie und ich und haben Beratungsbedarf im Bereich der Altersvorsorge, der Krankenversicherung oder der Kapitalanlage.

procontra: Arbeiten Sie mit Pools zusammen?

Beckmann: Nein, werde ich auch nie.

procontra: Warum nicht?

Beckmann: Weil ich mir von Pools nicht vorschreiben lassen will, wo ich mein Geschäft zu platzieren habe. Wir arbeiten daher ausschließlich mit Direktanbindungen.

procontra: Aber ist die Betreuung bei Pools nicht besser?

Beckmann: Nein, die Betreuung über die Direktanbindung ist zehnmal besser als über die Pools.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare