Riester-Rente rentiert sich nicht

Berater von Tina Gilic

Vor zehn Jahren wurde die Riester-Rente eingeführt. Aktuellen Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge, rechnet sich der Abschluss der Rente jedoch kaum.

Die Riester-Rente rechnet sich Studien zufolge für viele Verbraucher kaum.

„Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt“, zitiert der Spiegel die DIW-Wissenschaftlerin Kornelia Hagen. Die im Rahmen der Untersuchungen kalkulierten Riester-Modelle würden zeigen, dass beispielsweise eine 35-jährige Frau mit zwei Kindern, die 2011 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, mindestens 85 Jahre alt werden muss, bis sie das eingesetzte Kapital mit 2,5 Prozent Verzinsung heraus hat. Sollte die Versicherung in eine Krise geraten und nur noch die über den Garantiezins gesicherten Mindestzahlungen leisten, müsste die Frau sogar mindestens 109 Jahre alt werden.

Hinzu kommt, dass viele Riester-Sparer bares Geld verschenken, weil sie die staatliche Zulage nicht beantragen. So wurden, laut aktuellem Vorsorgeatlas der Union Investment, 2008 rund 853 Millionen Euro durch die fehlende Beantragung der Zulagen sowie weitere 470 Millionen Euro aufgrund von unzureichenden Eigenbeiträgen vergeben – insgesamt also rund 1,3 Milliarden Euro. Vor allem in Ostdeutschland lassen sich Riester-Sparer die Zulagen entgehen. Auch zeigt der Vorsorgeatlas, dass Frauen die Riester-Rente optimaler nutzen als Männer. Sie beantragten und erhielten häufiger die volle Zulage.

Die Riester-Zulagen können zwei Jahre nach Ende des jeweiligen Beitragsjahres beantragt werden. „Für das noch nicht abgeschlossene Jahr 2009 haben bislang 61 Prozent der Riester-Sparer einen Zulagenantrag gestellt. Die übrigen Anleger sollten sich auf jeden Fall in den nächsten Wochen darum kümmern und sich die staatliche Förderung sichern“, betont Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

Die aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen, dass der Riester-Markt insgesamt im laufenden Jahr um rund 4,2 Prozent auf fast 15 Millionen Verträge gewachsen ist. Bei Riester-Versicherungen gab es zwischen Januar und Ende September 2011 einen Anstieg um 2,5 Prozent. Riester-Banksparpläne legten im selben Zeitraum um 4,3 Prozent auf 733.000 Verträge zu. Die 2008 eingeführte Eigenheimrente „Wohn-Riester“ konnte sogar um 4,7 Prozent wachsen. Die Zahl der Verträge mit Investmentfonds ist seit Anfang des Jahres um 3,8 Prozent gewachsen.

Foto: © Aamon – Fotolia.com

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