Zahnbehandlung wird teurer

Versicherungen

Patienten müssen sich auf höhere Behandlungskosten einstellen. Das Bundeskabinett hat eine Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) beschlossen, wonach die Ärzte mehr Geld bekommen sollen. Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) kritisiert die höheren Vergütungen.

Deutsche Zahnärzte haben Grund zur Freude: ab 2012 sollen sie jährlich rund 345 Millionen Euro mehr verdienen, das hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Rund 66.000 Zahnärzte  erhalten dann etwa 5.200 Euro mehr. Dagegen wird den Kassenpatienten das Lachen vergehen, sie müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen ausrechnete, müssen die Versicherten für eine Vollkrone beispielsweise bis zu 74 Euro mehr hinblättern, für eine Teleskopkrone werden sogar 234 Euro mehr fällig. Die Beispielrechnungen beziehen sich dabei nur auf die konkreten Leistungen, mögliche Begleitbehandlungen nicht inbegriffen.

Nach Regierungsangaben sollen 164 Millionen Euro der Mehrkosten auf die privaten Haushalte entfallen, 114 Millionen soll die private Krankenkasse tragen. Der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, Volker Leienbach, äußerte sich kritisch zu der Verabschiedung des Kabinettsentwurfs: „Durch die GOZ-Novelle werden die Patienten und Versicherten deutlich höher belastet. Die Kosten werden voraussichtlich um 14 bis 20 Prozent ansteigen.“ Darüber hinaus erkennt der Verband keinen Nachholbedarf hinsichtlich der Vergütungen für Zahnärzte. „Die Honorare aus der GOZ sind in den vergangenen Jahren bereits überdurchschnittlich gestiegen. So wuchsen die Ausgaben der PKV für Zahnmedizin in den letzten zehn Jahren um 36 Prozent, also um mehr als das Doppelte der allgemeinen Preissteigerung.“

In der GOZ wird die zahnärztliche Vergütung für die Behandlung von Privatversicherten geregelt. Bei gesetzlich Krankenversicherten kommt sie nur dann zur Anwendung, wenn die Behandlungen über die Standartleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, also beispielsweise bei besonders aufwendige Zahnersatzleistungen oder spezielle Füllungen. Hintergrund der jetzigen Novelle sei die Tatsache, dass die seit 1988 inhaltlich nicht mehr veränderte Gebührenordnung viele neuere Behandlungsmethoden noch nicht berücksichtigt.

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