Wähler lehnen EU-Bonds ab

Sachwerte

93 Prozent der Deutschen lehnen die Euro-Bonds ab. Sollte es dennoch zu einer Einführung der gemeinsamen Staatsanleihen kommen, müssen die Parteien mit großen Wählerverlusten rechnen.

Den Bundestagsparteien gingen mit der Einführung der Euro-Staatsanleihen insgesamt 27 Prozent der Wählerstimmen flöten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage des deutschen Börsenportals „boersennews.de“ unter knapp 1.500 Finanzfachleuten.

Sollte sich die Bundesregierung dennoch für die Einführung der EU-Bonds entscheiden, würde die Regierungskoalition am stärksten bluten. Laut Umfrage müsste Schwarz-Gelb mit einem Wählerverlust von 17 Prozent rechnen. 6 Prozent der Deutschen würden nie wieder die SPD wählen. Grüne und Linke hätten jeweils 2 Prozent weniger Stimmen.

Euro-Bonds werden derzeit heiß diskutiert. In Politik und Wirtschaft finden sich sowohl klare Befürworter als auch scharfe Gegner. Bisher allerdings lehnt die Bundesregierung die Idee ab. Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble sagte im Interview mit dem Tagesspiegel: „Wir müssen den Weg einer Vergemeinschaftung der Finanzpolitik gehen, bevor wir über Euro-Bonds, also ein System einheitlicher Zinsen im Euro-Raum, sprechen können.“ Die FDP lehnte die gemeinsamen Staatsanleihen eindeutig ab. Dagegen sprachen sich die Spitzen der Linkspartei und der Grünen für die Einführung derselben aus.

Dass die Bonds keine Fangemeinde um sich schart ist nicht verwunderlich, mit ihnen kämen etwa 25 bis 47 Milliarden Euro jährlich mehr an Zinsen für Kreditfinanzierungen auf den deutschen Steuerzahler zu. 30 Prozent der Bürger meinen sogar, dass Deutschland in keiner Weise für die katastrophale Haushaltspolitik anderer Länder den Kopf hinhalten sollte.