Vermittlerprovisionen im Visier

Versicherungen

Nach den Vermittlerprovisionen bei privaten Krankenversicherungen (PKV) müssen nun auch die Provisionen bei Lebensversicherern dran glauben. Die schwarz-gelbe Koalition wolle Exzesse verhindern.

Die Koalition hat sich entschlossen, gegen Provisionsexzesse vorzugehen. Wie sie aber in die Provisionspraxis von Lebensversicherern eingreifen will, ist noch umstritten.

Eine Variante sieht vor, die beim Vertragsabschluss gezahlten Provisionen zu deckeln. Zusätzlich soll die Stornohaftung der Vermittler von zwei auf fünf Jahre verlängert werden. Dieses soll verhindern, dass der  Kunde in den ersten Jahren eines Versicherungsverhältnisses abgeworben wird, um ihm hinterher eine neue Police zu verkaufen und so wieder neue Abschlussprovisionen zu erzielen. Über die beschriebene Umdeckungspraxis klagen viele Versicherer selbst. Diese Praxis gehe auf Kosten der Versichertengemeinschaft und schade der Branche. Mit einer verlängerten Stornohaftung soll eine solche Umdeckung vermieden werden. In diesem Falle müssten die Vermittler die Provision zumindest teilweise erstatten, sollte der Kunde innerhalb der Frist kündigen.

Ein anderer Vorschlag zur Änderung der Provisionspraxis sieht lediglich die Verlängerung der Stornohaftung vor. Vor allem die FDP spricht sich gegen eine Limitierung in der Lebensversicherung aus. "Der Meinungsbildungsprozess ist noch nicht abgeschlossen", hieß es in Koalitionskreisen. Union und FDP planen nächste Woche Gespräche mit Branchenvertretern. Noch in derselben Woche soll der Bundestag die Gesetzesverschärfungen beschließen. Bis zum 19. Oktober will der Finanzausschuss zu einem Abschluss kommen.

Die Debatte über Vermittlerprovisionen beruht auf den Ereignissen der vergangenen Monate. Immer wieder waren Berichte über Provisionsexzesse in der privaten Krankenversicherung aufgetaucht.

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