Mallorca-Police greift auch auf Kreta

Versicherungen

Anders als der Name vermuten lässt, beschränkt sich die Mallorca-Police nicht nur auf Spanien. Es handelt sich dabei um eine generelle Zusatzversicherung für Mietwagen im Ausland. Sie greift zwar fast überall, aber leider nicht immer.

Die Mallorca-Police oder auch Mallorca-Klausel bezeichnet eine Leistung der Kfz-Haftpflichtversicherung. Den Namen bekam sie, weil die Deutschen ja bekannter weise ihren Urlaub besonders gerne auf Malle verbringen. In den 60er und 70er Jahren, als deutsche Touristen massenweise auf die Balearen-Insel strömten, waren spanische Mietwagen-Firmen nur zu geringen Haftpflichtsummen verpflichtet. Ein Tourist, der mit seinem Mietauto einen Unfall baute, musste für die Differenz selbst aufkommen. Um die Geldbeutel der Touristen zu entlasten und die eigenen aufzubessern, konzipierten deutsche Kfz-Versicherer die Mallorca-Police. Diese deckte bei einem Unfall jenen Teil ab, der von der spanischen Haftpflichtversicherung nicht übernommen wurde. „Das Leistungsversprechen für Mietwagen-Kunden galt damals wie heute auf Mallorca genauso wie in Marbella oder Madrid, in ganz Spanien also“, erklärt Armin Eckert, Kfz-Versicherungsexperte der Gothaer in der Köln. Weitere Reiseländer kamen dazu, mittlerweile fallen alle EU-Länder unter die Deckungserweiterung.

 

Ein häufiges Missverständnis

Die Mallorca-Police ist bei der KFZ-Haftpflicht-Versicherung für das Auto und Motorrad automatisch mit dabei. Sie hilft jedoch nicht, wenn der ausländische Unfallgegner unversichert war. Zwar sind Haftpflichtversicherungen im europäischen Ausland obligatorisch, in manchen Urlaubsländern nimmt man es mit den Kontrollen aber leider nicht so eng wie in Deutschland. In solchen Fällen springen meist zwar Entschädigungsfonds ein, deren maximale Leistungen richten sich aber nach den lokalen Mindestdeckungssummen. Diese decken oftmals nicht alle Ansprüche des deutschen Geschädigten ab, denn die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssummen in Urlaubsländern liegen oftmals deutlich unter dem deutschen Niveau. „In Griechenland sind es pro Person zum Beispiel nur 750.000 Euro“, so Eckert. In Deutschland liegt die Summe für Personenschäden bei 7.500.000 Euro.

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