Keine Entschädigung für Lehman-Anleger

Berater

Die Sparkasse habe nicht falsch beraten, entschied der Bundesgerichtshofs (BGH) in einem Urteil am Dienstag. Zwei deutsche Anleger der Pleite-Bank Lehman Brothers hatten auf Schadensersatz geklagt.

Die Kläger hatten auf Empfehlung von Beratern der Hamburger Sparkasse (Haspa) in den Jahren 2006 und 2007 Lehman-Zertifikate im Wert von je 10.000 Euro gekauft. Diese wurden 2008, als die US-Investmentbank pleite ging, weitgehend wertlos. Die Kläger warfen der Bank fehlerhafte Anlageberatung vor und forderten ihr investiertes Geld zuzüglich des Aufgabeaufschlages sowie Zinsen zurück. Doch ihr Geld werden sie nun nicht mehr sehen.

 

Die Kläger scheiterten mit ihrer Klage bereits vor dem Hamburger Oberlandesgericht. Nun zeigten sich auch die Richter des BGH überzeugt davon, dass die Bank ihre Pflicht zu einer anleger- und objektgerechten Beratung nicht verletzt hat. So sei zum Zeitpunkt der Beratungsgespräche kein konkretes Risiko erkennbar gewesen, welches auf einen Konkurs der Lehman-Bank hindeutete. Außerdem wären die Kläger im Rahmen der Beratung hinreichend darüber informiert worden, dass die von ihnen gewählte Form der Geldanlage das Risiko eines Totalverlustes berge.

 

Für andere Lehman-Anleger gibt es allerdings noch Hoffnung. Dem BGH liegen weitere 40 Fälle mit unterschiedlichen Fallkonstellationen vor, die auf ihre Bearbeitung warten. Deren Verluste belaufen sich Medienberichten zufolge auf etwa eine Milliarde Euro. Die Ausgänge der Verfahren hängen in jedem Fall von den Umständen des Einzelfalls ab, so das Gericht. Das BGH-Urteil zu Ersatzansprüchen von Lehman-Anlegern betreffe zunächst nur die beiden entschiedenen Fälle. „Unterschiedliche Banken haben mit unterschiedlichen Beratern auf unterschiedlichem Wege unterschiedliche Lehman-Zertifikate vermittelt. Demnach können nach den Umständen des Einzelfalls auch unterschiedliche Ergebnisse herauskommen“, betonte der Vorsitzende Richter Ulrich Wiechers.