Händler übertreffen Psychopathen

Berater

Wie kann es sein, dass einzelne Menschen immer wieder Milliarden verzocken? Eine aktuelle Studie der Universität St. Gallen untersuchte das Verhalten von Börsenprofis, und stellte die Zocker Psychopathen gegenüber. Spekulanten haben ein extremen Hang zur Zerstörung, so das Ergebnis.

Wie konnte der UBS-Händler Kweku Adoboli zwei Milliarden Euro verspielen? (procontra berichtete). Ist sein Verhalten von extremen Egoismus geprägt?

Im Rahmen der St. Gallen-Studie wurden Aktienhändler mit Psychopathen verglichen. Wie sich überraschenderweise herausstellte, verhalten sich die Banker noch rücksichtsloser und manipulativer als Psychopathen.

 

Insgesamt 28 Profi-Trader wurden auf ihre Kooperationsbereitschaft und ihren Egoismus untersucht. Dafür mussten sich die Probanden einigen Intelligenztests unterziehen und Computersimulationen durchspielen. Das Ergebnis versetzte die Studienleitung in Erstaunen, wie das Nachrichtenmagazin SPIEGEL berichtete. Statt sachlich auf den höchsten Profit hinzuarbeiten, setzten die Trader alles daran, mehr Profit zu erzielen als ihre Gegenspieler. Außerdem wandten sie  sehr viel Energie dafür auf, ihrer Konkurrenz zu schaden.

„Natürlich kann man die Händler nicht als geistesgestört bezeichnen, aber sie verhielten sich zum Beispiel noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von Psychopathen, die den gleichen Test absolvierten“, zitiert der SPIEGEL Thomas Noll, Forensiker und Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies. Erklären können die Wissenschaftler den übertriebenen Hang zur Zerstörung nicht. Aber es sei so gewesen, als besäße der Nachbar das gleiche Auto, und man gehe mit dem Baseballschläger darauf los, um selbst besser dazustehen.

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