Sex-Party wird ein Nachspiel haben

Versicherungen von Tina Gilic

Die Nachricht über die Sex-Party der Hamburg Mannheimer (HMI) sorgte für viel Aufsehen und Kritik. Immer mehr empörte Stimmen melden sich zu Wort, und immer mehr schmutzige Details kommen ans Licht.


Dem Handelsblatt gegenüber berichteten Augenzeugen, dass in den Thermen, in denen die Sex-Party statt fand (procontra berichtete am 19. Mai 2011), eine Bühne aufgebaut war, auf der sich zwei Prostituierte und ein als Pascha verkleideter Mann sexuell befriedigten. Ergo sei von solchen Darbietungen jedoch nichts bekannt.
Weiterhin sei der Alkohol in Massen geflossen, um Hemmungen bei den Gästen abzubauen. Wer sich nicht in die Schlangen vor den Betten einreihen wollte, wich auf den Pool aus.

Nach dieser Geschichte muss die Ergo um ihren guten Ruf fürchten. Und dass, nachdem die HMI, die jetzt zum Ergo-Konzern gehört, jahrelang etliche Millionen Euro in den Aufbau des Saubermann-Images rund um die Werbefigur des „Herrn Kaiser“ gepumpt hatte.
In einer aktuellen Stellungnahme äußerte sich das Unternehmen zu den Vorwürfen: „Wir bestätigen, dass bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser mehrtägigen Reise nach Budapest auch einige Prostituierte anwesend waren. Weitere Details werden derzeit noch untersucht.“ Bei Ergo ist von 20 solcher Damen die Rede, Teilnehmer berichten, laut Handelsblatt, von bis zu 100 Prostituierten.
Darüber hinaus heißt es in der Pressemitteilung von Ergo: „Die für die Budapest-Veranstaltung verantwortliche Führungskraft – der Vertriebsdirektor – und das damals verantwortliche Vorstandsmitglied sind nicht mehr für uns tätig. Sie sind aus dem Unternehmen ausgeschieden, bevor die Vorwürfe bekannt waren.“ Die Party-Gäste behaupten allerdings, dass nach wie vor teilnehmende Mitarbeiter für  Ergo tätig seien. procontra gegenüber äußerte sich die Versicherungsgruppe bislang noch nicht zu dem Vorfall.

Eins ist klar, die Veranstaltung wird ein Nachspiel haben. „Das ist einfach dreist und verantwortungslos“, erklärte Hajo Köster, Justiziar beim Bund der Versicherten (BdV), gestern gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der BdV fordert die umfassende Aufklärung. Neben den Bedenken in moralischer Hinsicht, sorgen vor allem die Kosten, die die Party verursachte, für große Empörung. Überflüssige Ausgaben dürften nicht von den Versicherten getragen werden, so der BdV.

Angeblich geriet der Vorfall vor einem Monat auf der Hauptversammlung der Münchner Rück – Ergo gehört zu dem weltgrößten Rückversicherer – durch einen Aktionär an die Öffentlichkeit.

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