AWD-Gründer organisierte Sex-Party

Versicherungen von Tina Gilic

Für die Verantwortlichen könnte die Sex-Party in Budapest strafrechtliche Folgen haben. Insbesondere ein Mann steht im Visier der Untersuchungen: der Gründer des Finanzdienstleisters AWD.

Informationen des Handelsblatts zufolge, lud jener Mann zu der Orgie in Budapest ein, der jahrelang den Finanzdienstleister AWD führte: Kai Lange. Der AWD sorgte lange für negative Schlagzeilen, weil er Anlegern hochriskante Beteiligungen an Immobilienfonds empfahl.

Lange bestätigte als Vertriebsdirektor zu der dreitägigen Reise nach Budapest eingeladen zu haben, deren Highlight die besagte Abendveranstaltung in der Gellert-Therme war. Dem Handelsblatt gegenüber erklärte er, selbst anwesend gewesen zu sein, sich aber den ganzen Abend im Disco-Bereich aufgehalten und von dem bunten Treiben in der Therme erst aus der Zeitung erfahren zu haben.

Lange, Schwager von Carsten Maschmeyer, gründete 1988 den AWD und ging 1999 zur Hamburg Mannheimer, deren Vertrieb stark hierarchisch organisiert ist. Der 44-Jährige gilt als Erfinder des Top-Five-Club für die besten selbstständigen Vertreter, die regelmäßig mit Bonusreisen belohnt werden. Die Sex-Party in Budapest inklusive Livemusik, Sternekoch, Akrobaten und jeder Menge Prostituierten, war eine solche Top-Five-Veranstaltung.

Ergo-Chef Torsten Oletzky bestätigte im Interview mit dem Spiegel, dass die Party 83.000 Euro gekostet hat. Über Einzelheiten wollte sich Oletzky nicht äußern, die Veranstaltung werde derzeit aber genauer untersucht. Die Versicherung will den Fall aufklären und schließt Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen nicht aus. Viele der teilnehmenden, selbständigen Vertreter seien auch heute noch für Ergo tätig. Die verantwortlichen Organisatoren hätten das Unternehmen aber verlassen. Außerdem werde geprüft, ob es weitere Fälle dieser Art gab. Nach Angaben des Handelsblatts hätten solche Eskapaden bei der Hamburg Mannheimer jahrzehntelange Tradition.