Mit der Verabschiedung des Altersvorsorgegesetzes ist im Versicherungs- und Finanzmarkt eine Maschinerie in Gang gesetzt worden - Versicherer arbeiten im Hintergrund unter Hochdruck an ihren Modellen zur Altersvorsorge, lassen sich dabei aber bisher kaum in die Karten schauen.
Die Konkurrenz aber ist aktiv, denn mit dem staatlich geförderten Altersvorsorge-Depot ist das Segment nun auch offen für den Kapitalmarkt, Banken und Smartbroker bringen sich in Position. Auch der Münchner Finanzdienstleister Scalable Capital ist nun mit einem ganz konkreten Vorstoß an die Öffentlichkeit gegangen. Das Unternehmen war 2014 zunächst als digitaler Vermögensverwalter gestartet und hat sich dann zum Neobroker mit eigener Banklizenz entwickelt.
Scalable wirbt mit Kosten von maximal 0,15 Prozent
Scalable will ein „gebührenfreies Standarddepot“ anbieten, das sagte Co-CEO Erik Podzuweit in der „Bild“-Zeitung. Konkret bedeute das, dass der Kunde für Konto und Depot, Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe nichts zahlen müsse. Generell sind die jährlichen Effektivkosten beim Standarddepot auf maximal 1 Prozent begrenzt. Bei Scalable entstünden Kosten nach „Bild“-Bericht nur innerhalb der verwendeten ETFs. Diese laufenden ETF-Kosten sollen maximal 0,15 Prozent im Jahr betragen. Im ersten Jahr will Scalable sogar diese Kosten übernehmen.
Mit der offensiven Marketingstrategie will Scalable auch die Riester-Kunden erreichen. So werde das Unternehmen laut Bericht der „Bild“-Zeitung einen „Wechselservice“ anbieten. Dabei sollen Kunden ihren bisherigen Anbieter, das Produkt und ihre Vertragsnummer angeben. Alle weiteren Schritte sollen Anbieter und Zulagenstelle dann möglichst untereinander erledigen.
Auch andere Neobroker starten Marketingoffensiven
Scalable Capital hatte sich schon Ende Mai zum Thema Altersvorsorge positioniert und eine eigene Website mit Rechner, Newsletter-Anmeldung und Kontoeröffnung auf den Markt gebracht.
Auch andere Neobroker sehen große Chancen weiter in den Markt der Altersvorsorge vorzudringen, so vermarktet auch der Berliner Neobroker Trade Republic das Thema offensiv, etwa mit einer Kampagne im Amateurfußball. Broker Finanzen.net Zero lockt mit einer Warteliste, auf die sich Kunden setzen lassen können, um dann ab Januar direkt ein Depot anzulegen.
Scalable Capital startet Vorstoß: Erster Neobroker mit gebührenfreiem Standarddepot (Konto, Sparpläne, Transaktionen), ETF-Kosten max. 0,15 % p. a. – im ersten Jahr komplett kostenlos. Ziel: Riester-Kunden mit automatisiertem Wechselservice gewinnen.
Kostenmodell als USP: Keine Depotgebühren, nur laufende ETF-Kosten (max. 0,15 %). Scalable übernimmt diese im ersten Jahr und wirbt gezielt mit Transparenz gegen etablierte Anbieter.
Konkurrenz zieht nach: Trade Republic (Marketingoffensive z. B. im Amateurfußball) und Finanzen.net Zero (Warteliste ab Januar) positionieren sich ebenfalls im wachsenden Altersvorsorge-Markt.

