Marktuntersuchung

IVFP-Umfrage: Lebensversicherer treiben das Altersvorsorgedepot voran

Das geplante Altersvorsorgedepot stößt auf breites Anbieterinteresse. Eine IVFP-Umfrage zeigt: Besonders Lebensversicherer bereiten den Markteintritt vor und setzen auf Produktvielfalt. Für Vermittler bedeutet das eine wachsende Tarifauswahl und ein erhöhtes Beratungsaufkommen.

Frau mit Brille liest einen Brief

Verbraucher werden beim neuen Altersvorsorgedepot unter verschiedenen Varianten wählen können. | Quelle: Andrii Zastrozhnov

Der Markt für die neue geförderte private Altersvorsorge nimmt konkrete Formen an. Das IVFP hat in einer aktuellen Anbieterbefragung 50 Unternehmen – darunter Lebensversicherer, Fondsgesellschaften, Asset Manager, Neobroker, Digitalplattformen und Kreditinstitute – zu ihren Strategien für das neue Altersvorsorgedepot befragt.

Die strategische Bedeutung ist über alle Anbieter hinweg hoch: 76 Prozent der Unternehmen bezeichnen die Altersvorsorge als zentrales Wachstumsfeld, weitere 22 Prozent als wichtiges Ergänzungsfeld. Damit messen 98 Prozent dem Geschäftsfeld eine zentrale oder zumindest wichtige Bedeutung bei.

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung im Überblick:

  • Hohe strategische Relevanz: 98 % der befragten Unternehmen messen der Altersvorsorge eine zentrale (76 %) oder wichtige (22 %) Bedeutung für ihr Geschäft bei.

  • Starke Angebotsbereitschaft: Insgesamt 72 % der Unternehmen planen mindestens ein Produkt für die geförderte private Altersvorsorge anzubieten.

  • Lebensversicherer als treibende Kraft: Bei den Lebensversicherern liegt die geplante Angebotsquote sogar bei 75 %.

  • Vielfältige Produktwelt: Über 70 % der Anbieter planen ein AV-Depot ohne Garantie. Gleichzeitig bereiten 44 % ein Produkt mit 80-prozentiger Garantie vor, ein Fünftel plant eine 100-prozentige Garantie.

  • Kooperation vs. Eigenentwicklung: 64 % der Unternehmen mit konkreten Plänen wollen ein eigenes Standardprodukt auflegen, 25 % setzen auf Kooperationen.

Lebensversicherer setzen auf mehrere Varianten

Die Ergebnisse zeigen aus IVFP-Sicht, dass das Altersvorsorgedepot bereits vor seinem Marktstart in den Produktstrategien zahlreicher Unternehmen fest verankert ist. Dabei zeichnet sich kein einheitliches Produktmodell ab: Kapitalmarktorientierte Depots, Standardprodukte und garantiebasierte Lösungen werden voraussichtlich nebeneinanderstehen. Insbesondere die Lebensversicherer dürften den Markt nicht nur mit Garantieprodukten, sondern vielfach mit mehreren Produktvarianten prägen.

„Ein klares Entweder-oder zwischen kapitalmarktorientiertem Depot und Garantieprodukt zeichnet sich nicht ab“, konstatiert IVFP-Geschäftsführer Michael Hauer. „Vor allem die Lebensversicherer planen, unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse mit mehreren Produktvarianten abzudecken.“ Für Verbraucherinnen und Verbraucher entstehe damit ein breites Angebot – zugleich stiegen die Anforderungen an eine verständliche Vergleichbarkeit und eine bedarfsgerechte Beratung.

>> Alle Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

Long Story short

  • Laut IVFP-Anbieterbefragung planen 72 Prozent der Unternehmen mindestens ein Produkt für die neue geförderte private Altersvorsorge.

  • Unter den befragten Lebensversicherern wollen 75 Prozent ein Angebot für das Altersvorsorgedepot auf den Markt bringen.

  • Die IVFP-Umfrage zeigt eine breite Produktvielfalt: Mehr als 70 Prozent planen ein Depot ohne Garantie, 44 Prozent eine Lösung mit 80-prozentiger und 20 Prozent eine mit vollständiger Garantie.