Interview

Hanse-Merkur-Chef Sautter: „Das AVD ist kein Selbstläufer"

„Wachstum und Wohlstand muss sich alles andere unterordnen“: Hanse-Merkur-Chef Eberhard Sautter setzt sich im procontra-Interview kritisch mit den Reformvorhaben in Gesundheit und Rente auseinander. Am Dienstag eröffnet er als Vorsitzender des Finanzplatz Hamburg e.V. den Norddeutschen Versicherungstag in der Hansestadt.

Hanse-Merkur-Chef Eberhard Sautter im Gespräch mit procontra-Redakteur Achim Nixdorf

Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der Hanse Merkur, traf sich mit procontra-Redakteur Achim Nixdorf zum Interview. | Quelle: N. Wiesenthal

procontra: Herr Sautter, die Kosten im Gesundheitswesen steigen unaufhaltsam. Haben wir in Deutschland ein Einnahmen- oder ein Ausgabenproblem? Eberhard Sautter: Eindeutig ein Ausgabenproblem. Wir leisten uns im Gesundheitssystem zu viele Behandlungen ohne ausreichende Nutzenbewertung. Nehmen Sie nur Hüftgelenksoperationen oder MRT-Untersuchungen: Hier findet eine deutliche Übertherapie statt. Unsere Lebenserwartung liegt unter dem EU-Durchschnitt – und das, obwohl wir pro Kopf so viel Geld in das Gesundheitssystem pumpen wie kaum ein anderes Land. Die Politik scheut seit Jahren echte strukturelle Korrekturen.

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