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Altersarmut droht: Frauen verlassen sich noch zu oft auf die gesetzliche Rente

Auch wenn sie das Schicksal ihrer Eltern und Großeltern vor Augen haben, tun viele Frauen immer noch zu wenig für ihre Altersvorsorge. Statt sich von der Rente des Partners abhängig zu machen, sollte man lieber frühzeitig auf Fairness setzen.

Alte und junge Frau

Frauen sind im Alter weiterhin deutlich stärker armutsgefährdet als Männer. | Quelle: Adene Sanchez

Bei der Altersvorsorge verlassen sich 41 Prozent der heute 18- bis 35-jährigen Frauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Bei den gleichaltrigen Männern sind es mit 28 Prozent deutlich weniger. Das zeigt die HDI Rentner-Studie 2026, für die zwischen März und April 1.021 Personen dieser Altersgruppe, bevölkerungsanteilig quotiert nach Geschlecht, befragt wurden.

Parallel dazu gehen nur 7 Prozent der Frauen davon aus, ihren Lebensstandard im Alter ohne Einschränkungen halten zu können – bei den Männern sind es 19 Prozent. Dagegen rechnen 26 Prozent der Frauen damit, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können (Männer 16 Prozent).

Viele Rentnerinnen sind armutsgefährdet

Dass sie mit dieser Einschätzung tendenziell richtig liegen, spiegelt ihnen der zweite Teil der Rentner-Studie. Für diesen wurden 1.079 Rentnerinnen und Rentner zwischen 63 und 70 Jahren befragt. Dabei gaben 61 Prozent der Rentnerinnen an, ausschließlich mit der gesetzlichen Rente für das Alter vorgesorgt zu haben.

Laut dem Statistischen Bundesamt waren zuletzt 20,8 Prozent der Frauen ab 65 Jahren armutsgefährdet. Allerdings wäre ihr Anteil deutlich höher, heißt es, wenn man das parallele Alterseinkommen des Partners vom Haushaltseinkommen abziehen würde. Sprich: Das alleinige Einkommen von Frauen ab 65 führe in deutlich mehr als nur jedem fünften Fall zu Altersarmut. Dazu kommt noch, dass laut dem Statistischen Bundesamt, 29 Prozent der Frauen ab 65 eine Hinterbliebenenrente erhält. Dieses abgezogen würde den Armutsanteil zusätzlich erhöhen.

Weitere Argumente also, dass betriebliche Altersversorgung und private Altersvorsorge mehr Pflicht als Kür sind. Kommt es auf die Frage nach dessen Finanzierbarkeit, so lautet ein moderner Ansatz, das Haushaltseinkommen als ein Ganzes zu betrachten, unabhängig davon, wer welchen Anteil dazu beisteuert. So wird vermieden, dass der besserverdienende Partner deutlich mehr für seine Altersvorsorge tut als der mit dem geringeren Einkommen, der eventuell parallel zum Halbtagsjob noch viel Care-Arbeit bei der Kindererziehung und der Pflege der Eltern leistet.

long story short:

Laut HDI-Rentnerstudie verlassen sich 41 Prozent der 18- bis 35-jährigen Frauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente, bei Männern sind es 28 Prozent. Entsprechend pessimistisch blicken viele Frauen auf ihren Ruhestand. Unter heutigen Rentnerinnen haben 61 Prozent nur gesetzlich vorgesorgt. Die Studie unterstreicht den Bedarf an privater und betrieblicher Altersvorsorge.