Das große Finale: Erleichterung und Tränen – so verliefen Tag 11 und 12

Abenteuer Nachhaltigkeit Berater von Klaus Hermann

Es heißt Abschied nehmen. Vom Dschungel. Von den Mitreisenden. Von den indigen Embera. Von den endlosen Weiten des Pazifiks. Und von einer Welt, die so anders ist und die man nur als paradiesisch beschreiben kann – und bewahren muss. Hiermit enden auch die Aufzeichnungen eines fantastischen Abenteuers, das allen Beteiligten immer in Erinnerung bleiben wird.

Traumstrand. Bild: privat

Es ist geschafft. Die Reise durch den Dschungel endet an einem Traumstrand. Und solche Strände gilt es zu bewahren. Bild: privat

Reisebericht Tag 11 und 12

Klaus Hermann hat im Dschungel Tagebuch geführt seine Erlebnisse exklusiv für procontra aufgeschrieben. Nach zehn Tagen anstrengender Tour wacht das Team im Paradies auf – das auf dem zweiten Blick allerdings gar nicht mehr so paradiesisch ist, denn der Strand ist voller Plastikmüll. Einmal mehr wird die Bedeutung dieser Mission klar, alles dafür zu tun, um die Umwelt zu retten und den Klimawandel aufzuhalten. Eine weitere Katastrophe mitten in Europa wirft den Abenteurer aus der Bahn.

Tag 11, 7. März: „Keine Termine und leicht einen sitzen“

Die Nacht war herrlich. Aus meiner Hängematte konnte ich auf das Meer schauen, in den sternenklaren Himmel blicken und den Wellen lauschen. Was für ein Luxus.

Als ich aufwache, sind alle anderen schon aktiv und dabei, das Lager abzubauen. Ich steige glücklich aus der Hängematte und freue mich darüber, dass zum ersten Mal seit 10 Tagen alle Sachen, die ich aufgehängt und rausgelegt hatte, wieder trocken sind. Die gestrige Sonne und das trockenere Küstenklima haben sogar den Rucksack vollständig von Feuchtigkeit befreit.

Gegen 7.30 Uhr gibt es Frühstück. Noch einmal Porridge. Als ich, auf einem Felsen sitzend, umherschaue, fällt mir zum ersten Mal etwas auf, das ich in der vortäglichen Euphorie anscheinend übersehen habe. Wir sind an einem absolut verlassenen Strand am Rande des Darién Gap und dennoch liegen an vielen Stellen Plastikflaschen, Styropor und Müll. Die Fremdkörper wurden anscheinend im Laufe der Zeit angespült. Das macht mich traurig und erinnert daran, dass es auf diesem Planeten mittlerweile keinen Ort mehr gibt, an dem man keine Plastikspuren findet.

Wenn man nichts unternimmt, wird es ca. 400 Jahre dauern, bis der sich der Müll zersetzt. So lange will ich nicht warten und beschließe, den Abfall einzusammeln. Ich habe das Gefühl, dass ich das diesem unberührten Ort schuldig bin. Die anderen bekommen mit, was ich tue und helfen. Nach kurzer Zeit haben wir drei etwas mehr als einen Meter hohe Beutel gefüllt mit Plastikmüll vor uns stehen.

Der Abschied vom Darién Gap fällt schwer

Um 8.30 Uhr werden wir, wie vereinbart, von einem Motorboot abgeholt. Aufgrund der starken Brandung müssen wir noch einmal klettern und zur nächsten Bucht. Dort ist es etwas einfacher, in unser Transportmittel zu steigen. Wir verstauen die Rücksäcke, unsere Ausrüstung und die Müllbeutel und machen uns auf den Weg. Der Abschied vom Darién fällt allen schwer. Wir waren gerne im Dschungel. Das merkt man jedem an.

Unser nächstes Ziel ist das Embera-Dorf Playa Muerto. Hier wollen wir noch eine Nacht bleiben, bevor wir am nächsten Tag die Rückreise nach Panama City antreten. Das Dorf liegt abgelegen, am Rande des Dschungels an einem wunderschönen Strand und ist nur mit dem Boot erreichbar. Etwa 200 Menschen leben hier und heißen uns herzlich willkommen. Nachdem wir in unserem Haus die Schlafplätze eingerichtet haben, gibt es jetzt nur noch ein Ziel: Den Tag genießen. Zu unserer großen Freude gibt es auch in diesem Dorf die Möglichkeit, einige Dinge zu kaufen.

Und zu unserer besonders großen Freude gibt es hier auch kaltes Dosenbier. Kurz vor elf Uhr stoßen wir zum ersten Mal an und ich erkläre meinen Mitreisenden, dass wir uns heute an Harald Juhnkes Motto für einen perfekten Tag orientieren. Zunächst mal muss ich meinen mehr als 20 Jahre jüngeren Begleitern erzählen, wer Juhnke war. Seine in meiner Generation bekannte Definition eines vollkommenen Tages: „Keine Termine und leicht einen sitzen“ gefällt aber schließlich allen sehr und wir stoßen an. Es wird in der Tat ein toller Tag! Wir toben in den hohen Wellen, spielen Volleyball, Fußball, Basketball, werden sehr lecker von den freundlichen Embera bekocht, spielen mit den Kindern und entspannen in einer Umgebung, die man als paradiesisch beschreiben kann und für mich einer der perfektesten Orte bleiben wird, die ich je besucht habe.

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