Makler-Glossar – Haftpflicht fürs Baugewerbe

Stefan Terliesner Baugewerbe Berater

Makler, die Kunden aus dem Bauhandwerk gewinnen möchten, sollten grundlegende Begriffe aus dem Bereich Haftpflicht erklären können. So beweisen sie Kompetenz gegenüber ihren Kunden. In einem Glossar erläutert procontra wichtige Fachausdrücke.

Wissen drauf schaufeln: Im Baugewerbe lauern viele Risiken. Bild: Adobe Stock/viappy

Wissen drauf schaufeln: Im Baugewerbe lauern viele Risiken. Bild: Adobe Stock/viappy

Allmählichkeitsschaden

Bei dieser Schadensart handelt es sich um jene Schäden, die nicht direkt im Anschluss an einen Schadenfall, sondern nach und nach erst in Erscheinung treten. Seit 2008 ist entsprechender Versicherungsschutz grundsätzlich gegeben. Ältere Verträge sollten nachgebessert werden.

Bearbeitungs- oder Tätigkeitsschaden

Ein Bearbeitungs- oder auch Tätigkeitsschaden, ist in der Regel ein Schaden an oder mit einer fremden Sache, der durch eine gewerbliche Tätigkeit entstanden ist. Somit ist die beschädigte Sache der bearbeitete Gegenstand selbst oder steht in räumlicher und unmittelbarer Beziehung zum Bearbeitungsobjekt. Bauhandwerker sollten prüfen, welche Arten von Tätigkeitsschäden ihre Betriebshaftpflicht inkludiert.

Betriebsbeschreibung

Sie ist für die Versicherungsgesellschaft eine Risikobeschreibung und muss zur Beitragsfindung so präzise wie möglich sein – mit allen handwerks-/betriebstypischen Tätigkeiten im Innen- und Außenbereich. Spätere Änderungen müssen dem Versicherer zügig mitgeteilt werden.

Erfüllungsschaden

Dies ist ein Schaden, der dadurch entstanden ist, dass das Schuldverhältnis nicht oder nicht ordnungsgemäß erfüllt wurde. Die gesetzliche Grundlage hierfür bildet § 323, 1 BGB. Erfüllungsschäden sind grundsätzlich nicht versicherbar.

Erprobungsklausel

Einige Versicherer bieten keinen Schutz für Ansprüche aus Sach- und Vermögensschäden durch Erzeugnisse, deren Verwendung oder Wirkung im Hinblick auf den konkreten Verwendungszweck nicht nach dem Stand der Technik oder in sonstiger Weise erprobt waren. Insbesondere bei Spezialanfertigungen kann strittig sein, was eine ausreichende Erprobung darstellt. Daher ist die Erprobungsklausel immer wieder Gegenstand von Streit zwischen Versicherungsnehmern und Versicherern ist.

Exzedenten-Versicherung

Eine Exzedenten-Versicherung deckt Schäden, welche über eine bestimmt Grund-Versicherungssumme hinausgehen. Da die Leistungen erst nach Verbrauch der jeweils vorlaufenden Versicherungssumme zur Verfügung stehen, sind sie oft preisgünstiger als eine Erhöhung der Versicherungssumme der Grundversicherung.

Kleckerklausel

Die Kleckerklausel betrifft den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Vor allem bei Reinigungs-, Wasch- und Betankungsvorgängen ist mit Schäden durch Verkleckerungen zu rechnen. Sofern ein Schaden auf einen objektiv nachlässigen Umgang mit solchen Stoffen zurückzuführen ist, besteht in der Regel kein Anspruch auf Leistung aus einer Umwelthaftpflichtversicherung. Der Ausschlusstatbestand greift nicht, wenn die Kleckervorgänge auf eine Störung des Betriebes zurückzuführen sind.

Mängelbeseitigungsnebenkosten

Gemeint sind die Nebenkosten, die für die Behebung eines Mangels aufgewendet werden müssen, wenn ein Schadenfall eingetreten ist – aber nicht die Kosten für den Mangel am Auftrags-Gegenstand selbst.

Maschinenbruchversicherung

Die Maschinenbruchversicherung leistet Schadensersatz für beschädigte oder gänzlich ausgefallene Maschinen. Wichtig ist, dass alle zu versichernden Maschinen in der Police aufgeführt sind. Unternehmer können einzelne Maschinen sowie ganze Maschinenparks absichern.

Mietsachschaden

Ein Mietsachschaden entsteht an gemieteten, gepachteten oder geliehenen Gegenständen. Derartige Schäden sind oft durch die Betriebshaftpflicht abgedeckt, jedoch sollte jeder Unternehmer prüfen, welche Voraussetzungen der Versicherungstarif für die Übernahme der Schäden fordert. Mietsachschäden sind maximal bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert.

Nachbesserungsbegleitschäden

Hiervon spricht man, wenn durch das Fehlen vereinbarter Eigenschaften am eigenen Gewerk eine Nachbesserung notwendig ist, und dabei mangelfreie Arbeiten anderer Handwerker beschädigt oder zerstört werden und danach wiederhergestellt werden müssen. Wichtig: Es gab vorher keinen Sachschaden.

Normalbetriebsschäden

Mit Normalbetriebsschäden umschreibt man die Verursachung von Schäden im Umweltbereich infolge des bestimmungsgemäßen Betriebs einer Anlage. Normalbetrieb ist der Betrieb, bei dem die bestehenden öffentlich-rechtlichen Betriebspflichten eingehalten werden, wie sie insbesondere im Genehmigungsverfahren behandelt worden sind. Den Gegensatz dazu bildet der Störfall beziehungsweise die Verursachung eines Schadens infolge einer Störung des Betriebes. An beide Vorgänge knüpfen unterschiedliche haftungs- und versicherungsrechtliche Konsequenzen an.

Sachschaden

Ein Sachschaden bezieht sich auf eine fremde Sache, auf die der Versicherungsnehmer nicht einwirken wollte. Solche Sachschäden sind in allen gewerblichen Haftpflichtkonzepten versichert.

Unechter Vermögensschaden

Bei unechten Vermögensschäden oder auch Vermögensfolgeschaden handelt es sich um finanzielle Nachteile Dritter, die infolge eines Personen- oder Sachschadens entstehen. In der Regel sind sie durch eine Betriebshaftpflicht versichert.

Vorsorgedeckung

Neu hinzukommende betriebsuntypische Risiken sind damit bis zur jährlichen Risikoabfrage des Versicherers vorläufig in einer bestimmten Höhe mit abgedeckt. Eine Vorsorgedeckung dient als Erweiterung des Deckungsumfangs in der Betriebshaftpflicht- und der Inhaltsversicherung. Sie erfüllt hier jedoch unterschiedliche Zwecke.