BU-Versicherung: Warum die Loss-of-License-Klausel für Piloten so wichtig ist

René Weihrauch Berufsunfähigkeit Berater

Einige Berufsgruppen sollten sich gegen Berufsunfähigkeit besser absichern als nur mit einer herkömmlichen BU-Police. Piloten ist zum Beispiel eine sogenannte Loss-of-License-Klausel dringend zu empfehlen. Was es damit auf sich hat und worauf Makler bei der Vermittlung achten müssen, lesen Sie hier.

Loss-of-License. Bild: Adobe Stock/romanb321

Piloten sollten beim Abschluss einer BU-Versicherung unbedingt auf den Einschluss einer Loss-of-License-Klausel achten. Bild: Adobe Stock/romanb321

Sie stehen unter Stress und tragen eine hohe Verantwortung. Nicht nur für sich und ihre Crew, sondern auch für das Leben ihrer Passagiere. Deshalb müssen Pilotinnen und Piloten regelmäßig zu einem strengen Medizin-Check. Stellt der Arzt dabei eine Fluguntauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen fest, wird die Pilotenlizenz nicht verlängert oder entzogen. Das bedeutet aber nicht, dass nun automatisch der Leistungsfall über die normale Berufsunfähigkeitsversicherung eintritt. Experten raten Flugzeugführern deshalb dazu, eine BU-Versicherung mit zusätzlicher Loss-of-License-Klausel (LOL-Klausel) abzuschließen.

LOL-Versicherungen werden manchmal auch Lizenzverlustversicherung, Pilotenversicherung, Flugunfähigkeits- oder Fluguntauglichkeitsversicherung genannt. Warum ist sie nun als Ergänzung zur BU so wichtig?

Tipp: Genau auf Leistungsausschlüsse achten

„Zwar leistet auch eine BU-Versicherung, wenn ich wegen einer Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls nur noch zur Hälfte arbeiten kann. Ich muss mir nur im Klaren darüber sein, dass dies mit vielen Hürden verbunden sein kann“, schreibt Versicherungsmakler Christian Heß in einem Beitrag für das Fachportal Worksurance. Der Experte für Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung: „Zunächst ist eine genaue Beschreibung der Tätigkeit erforderlich, mit dem genauen Anteil aller Tätigkeiten wie Arbeiten im Sitzen, im Stehen, unter Druck und Belastungen im Schichtdienst. Dann muss ich zusätzlich meine gesundheitliche Einschränkung nachweisen und erklären, warum ich die aufgeführten Tätigkeiten nicht mehr ausüben kann.“Mit einer Loss-of-License-Klausel sind diese Hürden aus dem Weg geräumt.

Vermittler sollten ihre Kunden bei der Beratung aber unbedingt auf mögliche Leistungsausschlüsse hinweisen. Christian Heß weist zum Beispiel darauf hin, dass viele Versicherungen einen Ausschluss bei psychischen Erkrankungen beinhalten – obwohl dies die häufigste Ursache einer Berufsunfähigkeit sei. Grundsätzlich gilt: Je weniger Leistungsausschlüsse, desto besser für den Kunden oder die Kundin.

Gute Policen verzichten auf Verweisbarkeit

Andere Experten nennen als weitere Kriterien für eine gute LOL-Versicherung den Verzicht auf die abstrakte Verweisung, also auf die Prüfung ob der Pilot im Leistungsfall theoretisch in der Lage wäre, mit seiner Ausbildung und Erfahrung einen anderen Beruf auszuüben. Noch besser fährt der Versicherte, wenn auch auf die konkrete Verweisung verzichtet wird. Zur Erinnerung: Bei der konkreten Verweisung wird die BU-Leistung eingestellt, sobald der Kunde tatsächlich eine andere Tätigkeit ausübt.

Außerdem sollte vor Abschluss der LOL-Versicherung immer geprüft werden, ob spätere Erhöhungen ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sind. Dies gilt auch für Piloten in der Ausbildung – denn schon Flugschüler dürfen nur mit einem entsprechenden Tauglichkeitszeugnis in die Luft gehen. Von Vorteil ist es ebenfalls, wenn eine möglichst lange Rentenzahlung vereinbart werden kann. Einige Policen setzen eine Altersgrenze von 55 Jahren fest. In diesem Fall könnte bis zum tatsächlichen Renteneintritt eine schmerzliche Versorgungslücke entstehen.

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