Grundfähigkeitsversicherungen: Mehr als nur zweite Wahl!

Arbeitskraftabsicherung Berater Top News von Gerald Herde

Wer keine Aussicht auf eine BU-Versicherung hat, kann immer noch eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen. Oftmals hängt dieser der Ruf nach, dass es sich hierbei nur um eine Arbeitskraftabsicherung zweiter Wahl handelt. Warum dies nicht so ist.

Nur zweite Wahl? Oft haben Kunden beim Thema Arbeitskraftabsicherung ausschließlich die BU auf dem Schirm. Ein Loblied auf die Grundfähigkeitsversicherung

Nur zweite Wahl? Oft haben Kunden beim Thema Arbeitskraftabsicherung ausschließlich die BU auf dem Schirm. Ein Loblied auf die Grundfähigkeitsversicherung. Bild: Adobe Stock/Prostock-studio

Die Grundfähigkeitsversicherung, auch Grundfähigkeits-Zusatzversicherung genannt, wird oftmals als Alternative zur Berufsunfähigkeits- sowie zur Pflegeversicherung gehandelt. Dabei wird je nach Versicherer bei dem Verlust bestimmter Grundfähigkeiten oder ab dem Erreichen der Pflegestufe 2 in der GKV eine monatliche Rente ausgezahlt. Es spielt hier keine Rolle, ob die versicherte Person im Leistungsfall noch weiterarbeiten kann oder will: Die Versicherung leistet für die Dauer der Beeinträchtigung – unter Umständen also lebenslang – in der vertraglich festgelegten Höhe. Die Anbieter führen diese Leistungsfälle konkret definiert in einem sogenannten Fähigkeitenkatalog auf.

Zu den Grundfähigkeiten eines Menschen gehören alle Fähigkeiten, die unverzichtbar sind, um den Alltag bestreiten zu können. Dazu gehört zum Beispiel das Greifen, Sitzen, Laufen oder auch das Orientieren. In der Regel sind die Grundfähigkeiten in unterschiedliche Kataloge aufgeteilt, die von Anbieter zu Anbieter mehr oder weniger stark variieren können.

Wenn eine dieser Fähigkeiten einmal dauerhaft ausfällt, ist nicht nur das Privatleben stark eingeschränkt. Ein derartiger Verlust gefährdet in vielen Fällen auch den Job und hat somit einschneidende finanzielle Auswirkungen für das gesamte Leben bis ins hohe Alter. Daher werden Grundfähigkeitsversicherungen oft mit Berufsunfähigkeitsversicherungen verglichen, obwohl bei ihnen die Möglichkeit der weiteren Ausübung eines Berufs nicht das Leistungskriterium ist.

Die vereinbarte Rente wird immer dann gezahlt, wenn der Versicherte eine klar definierte Fähigkeit verloren hat. Der Grund weshalb er diese Fähigkeit nicht mehr besitzt, etwa eine Krankheit oder ein Unfall, ist nicht entscheidend. Es muss also keine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorliegen.

Pflegebedürftigkeit mitversichert

Zu dem üblichen Leistungskatalog versicherter Fähigkeiten zählen neben den genannten elementaren Dingen meist auch der Gebrauch einer Hand, eines Arms, das Knien und Bücken sowie Treppensteigen und Autofahren. Außerdem können Pflegebedürftigkeit und Demenz Leistungsauslöser sein.

Da die meisten Fähigkeiten die Physis betreffen, eignet sich eine Grundfähigkeitsversicherung vor allem für körperlich arbeitende Personen. Bei ihnen ist der Ausfall einer dieser Befähigungen oft gleichbedeutend mit einer Berufsunfähigkeit. Viele von ihnen bekommen allerdings eine klassische BU-Versicherung entweder gar nicht oder nur zu sehr hohen Beiträgen. Eine Grundfähigkeitsversicherung ist dagegen deutlich günstiger. Sie deckt allerdings nicht alle Gefahren ab, die einem den Job kosten können. Man sollte sich die Bedingungen also zumindest in diesem Punkt gut durchlesen.

Auch schwere Krankheiten versicherbar

Aber nicht nur für körperlich Arbeitende ist eine Absicherung von Grundfähigkeiten interessant. Denn neben physischen Fähigkeiten können bei guten Policen auch psychische Erkrankungen wie eine schwere Depression oder Schizophrenie mitversichert werden. Dadurch dass sich bei vielen Anbietern genau bestimmte Leistungskataloge und Optionen abschließen lassen, kann der Versicherungsschutz individuell gestaltet werden und passt gut auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden. Teilweise bieten Versicherer auch Zusatztarife an, die besonders schwere und häufig auftretende Krankheiten absichern. Hierzu zählen in erster Linie Krebs, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Querschnittslähmungen.

Makler mit Fachwissen gefragt

Da eine Grundfähigkeitsversicherung somit auch Elemente einer Pflege- und Dread-Disease-Versicherung enthält und deutlich günstiger als eine BU-Absicherung ist, hat sie also durchaus ihre Berechtigung. Zudem ist sie oft einfacher abzuschließen als eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Letztlich sollte ein erfahrener Makler seine Kunden ausführlich beraten, in dem er die verschiedenen Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte zur Arbeitskraftabsicherung bzw. bestimmter Risikoversicherungen erklärt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare